Frauke Girus-Nowoczyn – Praxis für Ganzheitliche Gesundheit

Vegan oder pflanzenbasiert?

Wenn ich in den letzten Jahren über die Vorteile der veganen Ernährung gesprochen habe, bekam ich oft den Rat, doch das Wort vegan nicht zu benutzen, weil es eher verunsichert und gleich ein Gefühl von Verzicht und Überforderung auslösen kann. Eine Zeit lang habe ich dann den Ausdruck “pflanzenbasiert” verwendet, eine Übersetzung des Ausdrucks “plant based”, der in den USA hauptsächlich verwendet wird. Er gefällt mir auch gut, denn wer sich vegan ernährt, isst ja nicht rein pflanzlich, wie mir mal ein ganz schlauer Mensch erklärte. Schließlich sei Salz zum Beispiel kein pflanzliches Produkt. Also pflanzenbasiert. Das Wort hinterlässt aber ebenfalls ein Fragezeichen in den Augen anderer. Pflanzenbasiert oder noch schlimmer “überwiegend pflanzenbasiert” schließt tierliche Nahrungsbestandteile ja nicht automatisch aus.

gesund-veganInzwischen ist die vegane Ernährung zum Trend geworden und damit hat das Wort etwas seinen Schrecken verloren. Allerdings erscheinen nun täglich neue Fertigprodukte und Super-Pülverchen auf dem Markt, die für mich mit einer gesunden veganen Ernährung nichts zu tun haben. Die Gleichung vegane Ernährung = gesunde Ernährung ist längst passé. Schlimmer noch: Viele glauben, sie müssten teure Produkte kaufen, um sich vegan zu ernähren und deshalb entsteht das Gefühl, sie könnten es sich nicht leisten. Diese Vorstellung ist nicht richtig.

Aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Saaten können Sie alles erhalten, was Sie benötigen und dabei eine Vielfalt an Genüssen erfahren, die Sie sich vermutlich nie träumen lassen würden. Laut einer US-amerikanischen Studie aus dem letzten Jahr kann man so außerdem bis zu 600 Euro jährlich sparen.

Vegan ist mehr als nur Ernährung

Die vegane Lebensweise ist pflanzenbasiert. Die Menschen überleben allerdings seit Jahrtausenden, obwohl sie tierische Nahrungsmittel zu sich nehmen. Ich sage bewusst ‘obwohl’, denn dass tierisches Eiweiß, gesättigte Fette, Hämeisen und andere Bestandteile tierischer Nahrungsmittel gesundheitsschädlich sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Da unser Organismus aber mit allen Mitteln versucht, ein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, können wir eine Menge davon kompensieren. Genau wie wir Glyphosat, Asbest oder Quecksilber in geringen Mengen aushalten. Erst im Lauf der Zeit, zeigen sich die Konsequenzen in Form unserer gängigen “Zivilisationskrankheiten”.

Es geht Veganer*innen  nicht ausschließlich um die menschliche Gesundheit, sondern wer sich vegan ernährt und nicht nur pflanzenbasiert, hat ein ethisches Fundament, auf dem die Lebensweise aufbaut. Veganer*innen haben es sich zum Ziel gemacht, so wenig Leid bei empfindsamen Lebewesen zu verursachen, wie möglich. Wir sind uns der Angst und Qual bewusst, die jedes Tier empfindet, das sein Leben hergeben muss, um Menschen als Nahrung, Kleidung, Möbel oder einfach zum Vergnügen zu dienen. Das soll vermieden werden.

Es ist unmöglich, alle Aspekte des Lebens leidfrei zu gestalten. Zu den einfachen Grundlagen gehört weder Tiere noch ihre Ausscheidungen zu essen oder zu trinken, ihre Haut nicht als Kleidung oder Möbel zu nutzen und sie nicht zum Vergnügen zu quälen.

Wofür entscheiden Sie sich?

Es ist meiner Ansicht nach eine sehr gute Herangehensweise, sich erst einmal pflanzenbasiert zu ernähren und gleichzeitig wieder die Verantwortung zu sehen, die darin liegt, Tiere zu “nutzen”. Lernen Sie, pflanzenbasierte Nahrung zu genießen, es ist einfacher, als Sie jetzt vielleicht denken.

Das folgende Rezept soll Ihnen die Entscheidung versüßen. Guten Appetit.

[mpprecipe-recipe:1]