Der Regenwald brennt – was können wir dagegen tun?

Der Regenwald im Amazonas ist die Lunge der Erde. Er produziert Sauerstoff und über ein Fünftel unseres weltweiten Trinkwassers. Tausende Arten von Pflanzen und Tieren leben dort, teilweise haben wir sie noch nicht einmal entdeckt und doch werden sie bereits wieder ausgerottet.

Derzeit wüten die schlimmsten Brände seit Jahren und die nationalistische Regierung pocht auf ihr Recht, zu machen, was sie will ohne auf internationale Auswirkungen zu achten. Das Land wird der indigenen Bevölkerung weggenommen, Umweltorganisationen werden die Budgets gekürzt und die Brandrodung als Erschließung für neue Felder ist noch nicht einmal illegal. Diese Zerstörung der Schönheit des Regenwaldes und des brasilianischen Ökosystems hat Folgen für alle 8 Milliarden Erdbewohner.

Vermutlich fühlen sich die meisten machtlos – was können wir schon tun? Aber da gibt es eine ganze Reihe Dinge, die den Unterschied machen und jede*r kann und sollte sie tun, auch wenn die Nachbarn es vielleicht noch nicht machen.

Regenwaldschutz fängt mit dem Einkaufswagen an

Unser wichtigstes Bestimmungsinstrument ist unser Geldbeutel. Auch wenn es so aussieht, als würden wir die Feuersbrunst mit einer Wasserpistole zu löschen versuchen, spielen unsere Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle.

Die Lebensmittelindustrie braucht Kunden und diese Kunden sind wir. Die Abholzung des Regenwalds geschieht hauptsächlich um neue Flächen für den Anbau von genmanipuliertem Soja als Futtermittel zu schaffen. Diese Futtermittel werden auch bei uns massenhaft eingesetzt, z. B. im Hühnerfutter oder im sogenannten Kraftfutter für andere Nutztiere.

Natürlich wäre es schön, wenn jetzt alle ganz auf Tierprodukte verzichten würden, aber so weit müssen Sie gar nicht gehen. Dem Regenwald würde es schon nutzen, wenn Sie konsequent nur noch Fleisch, Milch Eier und andere tierische Produkte aus Bioherstellung kaufen, denn in der Biolebensmittelbranche ist genmanipuliertes Futter verboten.

Ein weiterer Punkt ist Palmöl zumindest aus konventioneller Produktion zu meiden. Das kommt zwar nicht aus dem Amazonas, sondern aus anderen wichtigen Regenwäldern, aber auch dort stehen massive Abholzung und Zerstörung ganzer Ökosysteme im Vordergrund.

Denken Sie daran, es ist nicht nur am Amazonas und es ist nicht nur jetzt.

Unterstützen Sie Organisationen zum Schutz des Regenwalds

Greenpeace unterstützt die Menschen vor Ort, die gegen die Zerstörung des Regenwalds angehen.

Durch die Nutzung der Suchmaschine Ecosia werden Bäume neu gepflanzt, ohne dass Sie selbst einen Cent dafür ausgeben müssen. Bisher wurden über 67 Millionen Bäume so gepflanzt.

Die Organisation Oro Verde gibt auf ihrer Webseite weitere Verbrauchertipps und hat ein breites Angebot an Projekten, die von Hilfe vor Ort bis zu Bildungsprojekten hier in Deutschland reichen.

Amazon Watch ist eine internationale Organisation, die schon seit über zwanzig Jahren sowohl die indigene Bevölkerung als auch die Umweltbewegung unterstützt. Auf der englischsprachigen Webseite finden Sie viele Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Es gibt natürlich noch weitere Organisationen, die Sie unterstützen können, dies ist nur eine erste Anregung.

Aktiv werden

Nehmen Sie an den überaus wichtigen Fridays for Future Demonstrationen teil. So zeigen wir der Politik, dass Augenwischerei und Ausrichtung nach den Interessen der Lebensmittelindustrie nicht mehr akzeptiert werden.

Sie können sich aber auch genauer informieren und selbst Vorträge oder Webinare zum Thema Rettung des Regenwaldes halten. Oro Verde gibt dafür sogar Tipps.

Seien Sie mutig und seien Sie kreativ. Unsere Kinder und Enkel sollen noch ein gutes Leben auf diesem Planeten haben und um das sicherzustellen, bleibt uns nur noch ganz wenig Zeit.