Frisch aufgegabelt – 03/2010

Frisch Aufgegabelt!

Denkanstöße für ein gesünderes, ganzheitliches Leben

In dieser Ausgabe

  • Die legale Vergiftung unserer Kinder
  • Für Kurzentschlossene: Demo am Samstag in Berlin
  • Hart aber Fair?
  • Last-Minute Weihnachtsgeschenk
  • Kinospot der Veganen Gesellschaft Deutschland
  • Zukunftsprojekt Lupine

Die legale Vergiftung unserer Kinder

Die französische Verbraucherorganisation Générations Futures (Zukünftige Generationen) hat Anfang Dezember eine Studie veröffentlicht, derzufolge Kinder bis zu 80 krebserregende Substanzen täglich mit ihrer Nahrung aufnehmen. Dabei wurden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte fast nie überschritten. Die Zusammenstellung der Mahlzeiten beruhte auf den Empfehlungen des französischen Gesundheitsministeriums. Diese lauten ähnlich wie bei uns die der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung): 5 Portionen täglich Obst und Gemüse sowie Milchprodukte. Obwohl es zahlreiche Studien über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Milchprodukten gibt, halten die offiziellen Stellen weiterhin daran fest.
Gefunden wurden im Essen der Kinder unter anderem Chemikalien, Pestizide und Schwermetalle. Von 81 bedenklichen Stoffen wurden 5 als sicher krebserregend eingestuft, 42 als wahrscheinlich krebserregend und 37 weitere Substanzen beeinträchtigen das Hormonsystem. Allein die Butter und der Tee mit Milch enthalten bereits 10 womöglich krebserregende Stoffe. Rückstände von Pestiziden, die in der gesamten EU verboten sind, fanden sich in Äpfeln aus Brasilien und grünen Bohnen aus Kenia. In einem einzigen Lachsfilet fanden die Forscher 34 gesundheitsschädliche Substanzen.
Laut einer Auswertung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sind in der EU über 400 gesundheitsgefährdende Chemikalien in der Lebensmittelherstellung zugelassen. Sie gelten als krebserregend, führen zu Missbildungen oder Fortpflanzungsproblemen.
Wir schaffen es also schon ganz ohne Gentechnik, uns selbst auszurotten. Wer das nicht mitmachen möchte, kann für die eigene Gesundheit und insbesondere für die der Kinder nur konsequent auf vegane, kontrolliert biologisch erzeugte Nahrungsmittel setzen.

Für Kurzentschlossene – Demo am Samstag in Berlin

Wer gegen Gentechnik, Patente auf Leben und Tierfabriken ist, kann dies am kommenden Samstag in Berlin auf einer Demonstration kundtun. Die derzeitige Bürgerbewegung zeigt Erfolge, deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele sich nicht von Kälte, Schnee oder sonstigen Unwirtlichkeiten abhalten lassen, ihre Meinung deutlich zu machen. Wir haben Macht, wenn wir uns zusammenschließen, auch wenn es einen langen Atem braucht, um Dinge durchzusetzen. Die Demo beginnt Samstag, den 22. Dezember um 12 Uhr am Hauptbahnhof in Berlin. Weitere Informationen gibt es auf der Seite mit dem Motto der Demo.

Hart aber Fair?

Am Mittwoch abend um 21:45 Uhr werde ich wohl vor dem Fernseher sitzen und mich darin üben, ruhig zu bleiben, wenn ein wichtiges Thema mal wieder von vorneherein tendenziös und unausgewogen angegangen wird. Frank Plasberg beschäftigt sich mit der Frage: Ist es moralisch vertretbar, Fleisch zu essen? Er fragt nicht nach Fisch, Eiern oder Milchprodukten. Ich finde, nur über Fleisch zu diskutieren, ist heutzutage eine komplette Zeitverschwendung. Aber vielleicht ist der Titel ja auch irreführend – wir werden sehen. Auf der Website können Sie bereits im Vorweg abstimmen.
Die Gästeliste ist mein nächster Stein des Anstoßes:

  • Jürgen Abraham, Schinken Hersteller und Vorsitzender der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie.
  • Karl Heinz Funke, ehemaliger Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Einer der größten Lobbyisten für die Fleisch- und Milchindustrie (und mit Verlaub gesagt, er erinnert mich immer an die Schlussszene von George Orwells Animal Farm)
  • Manfred Breuckmann, Sportjournalist und Autor, kommentierte über 30 Jahre lang Fußballspiele im Radio, bekennender Genussmensch. Er präsentiert sonst in der ARD immer den Düsseldorfer Rosenmontagszug. Hat ansonsten keine Fakten beizutragen, aber es geht ja auch nur um Moral. Da ist eine solche Frohnatur sicher eine Bereicherung für die Sendung.
  • Sarah Wiener, Star-Köchin, Mitgründerin der „Sarah-Wiener-Stiftung – Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“. Leider tendieren wir derzeit dazu zu glauben, Köche und Köchinnen hätten Ahnung von gesunder Ernährung. Haben sie aber nicht, wie Tim Mälzer schon in der ARD Themenwoche über gesundes Essen überzeugend und wiederholt bewiesen hat. Sie widmen sich dem Geschmack und der Komposition von Aromen, Texturen und Gerüchen und befassen sich mit Gesundheit und Ethik nicht mehr und nicht weniger als andere Sterbliche. Frau Wiener in dieser Runde zu befragen, trägt also zu den Fakten genau so viel bei, wie wenn man einen Maler zu den gesundheitlichen Gefahren von Schwermetallen in Ölfarben befragt.
  • Mark Benecke, Kriminalbiologe, überzeugter Vegetarier, unterstützt die Tierrechtsorganisation PETA.
  • Barbara Rütting, Buchautorin u. a. „Wo bitte geht’s zum Paradies?“, Vegetarierin, Tierschützerin

Das war‘s. Vier gegen zwei. Vier Fleischesser, zwei Vegetarier, kein Veganer. Dabei ist einzig die vegane Ernährung dazu in der Lage, die Massentierhaltung und Qualzuchten wirklich zu beenden. Denn solange wir Eier essen, werden die männlichen Küken zu fast 100% am Tag ihrer Geburt vergast oder lebendig zermust, von der Massengeflügelhaltung und den Qualzuchten ganz zu schweigen. Solange wir Milchprodukte zu uns nehmen, werden Kälber „produziert“, die nie die Milch ihrer Mütter trinken dürfen, Kühe auf höhere Milchleistung gezüchtet, mit riesigen Eutern und sie werden nach 5-6 Jahren völlig ausgebrannt getötet, wo sie natürlicherweise über 25 Jahre alt werden könnten. Wie kann man über Moral diskutieren, wenn niemand eingeladen wird, der diese Seite vertritt?
Ich habe im Gästebuch der Sendung angeregt, Alexander Dargatz einzuladen. Er ist Arzt, Veganer und Weltmeister im Bodybuilding. Meine Anregung wird wohl kaum aufgenommen werden, deshalb können Sie hier ein Interview mit ihm lesen:

Last-Minute Weihnachtsgeschenk

Wenden wir uns erfreulicheren Themen zu. Den Weihnachtsgeschenken. Naja, erfreulich wenn man sie bekommt, stressig, wenn man noch welche braucht. Ich habe da noch etwas ganz Außergewöhnliches, das moralisch und ethisch nicht schöner sein könnte: eine Patenschaft im Kuhaltersheim oder eine einfache Spende. Hier geht es zur Weide >>>klick

Kinospot der Veganen Gesellschaft Deutschland

Die neu gegründete Vegane Gesellschaft Deutschland hat einen berührenden Kinospot produziert – hier ist er zu sehen. Damit er aber auch wirklich in den Kinos gezeigt werden kann, werden noch Spenden gebraucht. Derzeit sind bereits etwa 500 von den erforderlichen 1000 Euro zusammen gekommen. Spenden kann man auf der Website oder ganz einfach per SMS. Dazu sendet man einfach das Wort ‚vegan‘ an 81190 und automatisch werden 5,- Euro von der Rechnung abgebucht. Einfacher geht’s nicht.

Zukunftsprojekt Lupine

Zum Schluss noch ein Ausblick auf mehr Vielfalt in der veganen Zukunft. Schon vor Jahren gab es Produkte aus der Lupine, die ähnlich wie Tofu verwendet werden können. Die Lupine hat den Vorteil, dass sie hier bei uns anspruchslos auf sandigen Böden wächst, dass sie noch nie genetisch modifiziert wurde und dass ihr Eiweiss alle 20 Aminosäuren enthält. Der Mensch, der Lupino auf den Markt brachte, hat aber wohl die finanziellen Bedürfnisse unterschätzt, die man hat, wenn man etwas Neues auf einem so hart umkämpften Markt etablieren und halten will. Nun wurde die Idee wieder aufgegriffen und erstaunlicherweise unterstützt sogar die Bundesregierung die Entwicklung von Lupinenprodukten zur Ernährung mit 4,2 Millionen Euro. Ausgerechnet in Mecklenburg-Vorpommern, einer der Hochburgen der industriellen Schweinemast, haben sich Forscher und Industrie verbündet, um uns gesunde pflanzliche Nahrungsmittel zu produzieren. Ich freue mich schon auf den Anblick wogender Lupinenfelder, die sind so schön bunt. Die Financial Times Deutschland hat darüber berichtet – lesen Sie den ganzen Artikel.

Mit diesem positiven Ausblick möchte ich mich für heute verabschieden. Ich wünsche Ihnen ein besinnliches, liebevolles und bewusstes Weihnachtsfest. Wie immer sind mir Rückmeldungen und Kritik willkommen.

Herzlichst

Frauke Girus-Nowoczyn

PS: Allen neuen Abonennten noch ein herzliches Willkommen.