Frisch aufgegabelt 06/2011

Frisch Aufgegabelt!

Denkanstöße für ein gesünderes, ganzheitliches Leben

In dieser Ausgabe

  • EHEC
  • Nachlese
  • Neue Seminare und Termine

Die Ereignisse überschlagen sich, die Meldungen sind widersprüchlich. Journalisten schreiben voneinander ab ohne selbst zu recherchieren und die Medien formulieren nicht im Sinne der Verbraucher*innen, sondern es geht weiter hauptsächlich um Einschaltquoten und Verkaufszahlen. Aus gegebenem Anlass beschäftig sich dieser Newsletter auch hauptsächlich mit EHEC.

EHEC

Seit Jahren berichte ich in meinen Vorträgen vom Zusammenhang zwischen EHEC und der Nutztierhaltung. Nun ist es plötzlich nicht mehr in Amerika, wo ja sowieso alles viel schlimmer ist als bei uns, sondern es ist hier und mehrere Menschen sind bereits gestorben.

Das erste, was ich feststellen musste, als ich für die Vegane Gesellschaft Deutschland die erste Stellungnahme geschrieben habe, ist: dies ist nicht der erste Ausbruch von EHEC in Deutschland! Es ist auch nicht das erste Mal, dass Menschen daran sterben. Meldpflichtig ist die Erkrankung erst seit 2001, deshalb gibt es auch erst seitdem Statistiken. Jedes Jahr erkranken zwischen 800 und 1200 Menschen in Deutschland, 40-60 sterben. In den letzten 10 Jahren sind also etwa 500 Menschen an einer einfach vermeidbaren Erkrankung gestorben. Doch die Öffentlichkeit wurde noch nie informiert.

Wer überlebt muss mit schweren Gesundheitsschäden rechnen, die bekannteste ist HUS, das Hämolytisch-Urämische-Syndrom. Es handelt sich in den USA inzwischen um eine der Hauptursachen für Nierenversagen bei Kindern. Weitere mögliche Folgen sind Krampfanfälle, geistige Behinderungen oder Diabetes.

Beim derzeitigen Ausbruch haben wir es mit einem besonders aggressiven Erreger zu tun. EHEC steht für Entero-Hämorrhagische-Escherischia-Coli, das sind Bakterien. Es gibt verschiedene andere Stämme von Escherischia Coli Bakterien, die auch in unserem Darm vorkommen und meist völlig harmlos sind. Auch die schwere Reisedurchfallerkrankung mit dem Spitznamen “Montezumas Rache” gehört zu dieser Gruppe.

Die EHEC-Bakterien stammen ausschließlich aus dem Darm von Nutztieren, insbesondere Rinder und Kühe werden von ihnen besiedelt. Für diese Tiere sind sie nicht gefährlich. Wenn die Milch oder das Fleisch in Kontakt mit dem Kot kommen, gelangen sie in unsere Nahrung.

Milch

Rohmilch und Rohmilchkäse sind also ein wichtiger Übertragungsweg. Es heißt, pasteurisierte Milch sei unbedenklich, weil sie auf 70°C erhitzt wird. Mindestens ein Todesfall in den USA konnte auf Kuchenteig zurückgeführt werden. Ganz sicher schützt wohl nur der Umstieg auf rein pflanzliche Alternativen.

Fleisch

Da auch bei der Schlachtung von Tieren wirtschaftliche Interessen verlangen, dass es schnell gehen soll, gibt es hier zwei mögliche Szenarien für die Übertragung: bei der Schlachtung kann es passieren, dass das Fleisch durch Kot von außen verunreinigt wird. Das geschieht ziemlich häufig, aber nicht immer ist so ein aggressiver Erreger im Kot vorhanden.

Wenn das Tier jedoch noch nicht tot war, sondern das Herz noch schlägt und der Darminhalt mit dem Blut in Kontakt kommt, dann werden mögliche Erreger noch durch den ganzen Organismus gepumpt und gelangen so in jede Zelle. Wer sich mit der Materie befasst, weiß, das dies relativ häufig vorkommt, auch wenn es natürlich nie Statistiken dazu geben wird.

Wir hören den ganzen Tag aus allen Medien, dass die Übertragung durch rohes Fleisch stattfindet – und wer isst schon rohes Fleisch. Gestern noch erklärte der Präsident des Robert Koch Instituts (RKI), das erhitztes Fleisch (gebraten, gegrillt) sicher sei.

Doch aus den USA kommen andere Informationen. Immer wieder sind Menschen gestorben, weil sie einen infizierten Burger gegessen haben. Die sind bekanntlich nicht roh. Fast jeden Monat gibt es eine Rückrufaktion von Fleisch. Die größte, die mir bekannt ist, fand 2007 statt. Damals wurden sage und schreibe 3 Millionen Kilo Fleisch zurückgerufen, weil eine Kontaminierung befürchtet wurde. Im Januar diesen Jahres waren es knapp 450.000 Kg. Für Deutschland scheinen solche Zahlen nicht zu existieren oder sie werden unter Verschluss gehalten.

Wie steht es nun mit dem Gemüse?

Gemüse kann nur durch den Kontakt mit Fleisch oder Kot kontaminiert werden. Ähnlich wie bei Salmonellen geht das aber auch durch Messer, Schneidebretter, Arbeitsplatten, etc.

Theoretisch könnten natürlich auch Mist und Gülle den Erreger auf das Gemüse bringen, aber kein Bauer wird Tierdung auf praktisch fertigen Salat oder andere Gemüse aufbringen. Erst recht nicht auf Tomaten, Gurken oder Obst. Die derzeitige Verunglimpfung von Bio-Gemüse und sogar Obst ist eine vollkommene Irreführung der Verbraucher.

Obst und Gemüse gut zu waschen gehört zu einer normalen Küchenhygiene. Während ich dies schreibe, sind gerade Fertigsalate ins Visier der Medien geraten. Hier kann man wieder an die Verletzung der Hygienevorschriften denken, vor allem in Großküchen, in denen auch Fleisch zubereitet wird.

Vegetarische und vegane Haushalte haben ein sehr geringes Kontaminationsrisiko. Vielleicht ist dies ja einmal ein Anstoß zumindest in nächster Zeit eine bio-vegane Periode einzulegen.

Alle Vorsichtsmaßnahmen und weitere Hintergrundinformationen finden Sie auf den Seiten der Veganen Gesellschaft Deutschland. Auch ein Info-Flugblatt wurde erstellt. Ich würde mich freuen, wenn Sie es herunterladen und weiterverteilen würden, z.B. in Kindergärten, Schulen, Apotheken, Bioläden, Supermärkten, etc.

Außerdem wurde eine Email-Aktion eingerichtet, in der das Robert Koch Institut aufgefordert wird, die Menschen genauer über die Zusammenhänge von EHEC und der Nutztierhaltung zu informieren. Hier können Sie teilnehmen.


Nachlese

In den letzten Wochen war ich einige Male eingeladen, Vorträge zu halten. Darüber möchte ich kurz berichten.

Vegan Spring, also Veganer Frühling, nannte sich ein Fest in Hannover, das mir sehr gut gefallen hat und wo ich eine Rede halten durfte. Meinen Bericht sowie das Video von der Rede finden Sie hier >>>klick<<<.

Eine Woche später fand in Radolfzell die Konferenz “Frieden zwischen Mensch und Tier” statt, wo ich einen Vortrag halten durfte. Mein Thema war”Die Entzauberung des Mythos von Fleisch und Milch”. Die Verantaltung fand in einem Kongresszentrum statt, einer umgebauten Molkerei. Es  hat mich natürlich gefreut, an einem Ort zu sprechen, der zeigt, dass ein Ende der Tierausbeutung auch auf neue und wirtschaftlich lukrative Wege führt. Die Presse brachte einen ausführlichen Bericht >>>klick<<<

Denselben Titel hatte mein Vortrag an der Uni Lüneburg im Rahmen der Ausstellung der Animals’ Angels. Wir hatten im Anschluss noch eine sehr angeregte und schöne Diskussion.


Neue Termine

Die online Einführungsvorträge finden nach wie vor in unregelmäßigen Abständen alle paar Wochen statt. Der nächste Termin ist der 31. Mai.

Reiner Degen, ein Experte für bio-veganen Gartenbau und Landwirtschaft folgt meiner Einladung zu einem Online-Vortrag. Dieser wird im Juni stattfinden, das genaue Datum folgt noch.
Alle Termine finden Sie natürlich auch auf meiner Website: https://fragino.de


Ich freue mich, wenn Sie die Informationen über diesen Newsletter und natürlich die Vorträge und Seminare weiterempfehlen. Ebenso sind mir Ihre Anregungen und Kritik immer willkommen.

Herzlichst

Frauke Girus-Nowoczyn

PS: Allen neuen Abonennten noch ein herzliches Willkommen. Die früheren Ausgaben des Newsletters finden Sie jetzt hier: https://www.fragino.de/newsletter-archiv/

PPS: Keine der in diesem Newsletter genannten Informationen ersetzt eine persönliche Beratung durch fachkundige Menschen, die mit alternativmedizinischen Methoden und der veganen Ernährungsweise selbst Erfahrungen gesammelt haben. Zögern Sie nicht, nachzufragen.