Frisch aufgegabelt 05/2011

Frisch Aufgegabelt!

Denkanstöße für ein gesünderes, ganzheitliches Leben

In dieser Ausgabe

  • Die Folgen von Fukushima für uns
  • Heuschnupfen und Ernährung
  • Vegane Ernährung schützt vor Grauem Star
  • Neue Seminare und Termine

Die Katastrophe in Fukushima hat mich genauso wie Sie sehr beschäftigt. In Amerika tauchen wilde Ernährungstipps auf, wie man Strahlenschäden durch Nahrungsergänzungsmittel verhindern können soll. Es ist erschütternd, aber viele Menschen verdienen an der Not und dem Elend in Japan.

Die Folgen von Fukushima

Wir sind so weit weg von Japan und in den Medien wird uns ständig versichert, dass wir hier nichts zu befürchten haben. Radioaktive Strahlungswerte werden gemessen, veröffentlicht, dementiert und die Grenzwerte nach oben korrigiert, um nicht noch mehr Konsequenzen entgegen sehen zu müssen. Wir alle verfolgen das in den täglichen Nachrichten.

Was ich hier im Fernsehen nicht gesehen und im Radio nicht gehört habe, wurde von der renommierten Presseagentur Reuters veröffentlicht: Spuren von radioaktivem Jod wurden in amerikanischen Kernkraftwerken in Süd-Karolina und Florida gemessen.

Dieses radioaktive Jod stammt aus der Katastrophe von Fukushima, sagt die Betreiberfirma, Progress Energy Inc. Käme sie aus den eigenen Reaktoren, würde man auch noch andere erhöhte Werte messen als nur Jod-131. Weitere Kernkraftwerke entlang der Ostküste melden ebenfalls Spuren des radioaktiven Materials. Darüber hinaus sind Spuren dieses radioaktiven Jods im Regenwasser in Massachusetts, Kaliffornien, Pennsylvania und dem Staat Washington aufgetreten.

Die amerikanische Umweltbehörde sagt, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Hierzulande erwarten wir Mitte April die ersten größeren Lebensmittelexporte aus Japan. Die Caesium-Obergrenze, die zuvor bei 600 Becquerel lag, wurde von der EU auf 1200 Becquerel heraufgesetzt. Damit sind die Werte aus der Tschernobyl-Verordnung in etwa vervierfacht.

Mir ist unverständlich, warum für uns Lebensmittel jetzt unbedenklich sein sollen, die selbst in Japan keiner mehr essen darf. Dabei muss uns allerdings klar sein, dass Lebensmittel aus Japan einen verschwindend geringen Anteil von weniger als 1% haben. Trotzdem hätte ich es besser gefunden, wenn Deutschland und die EU einen Importstopp für Lebensmittel aus der Gegend um Fukushima erlassen hätten, so wie es auch andere Länder getan haben. Das wäre ein angemessener Schutz der Bevölkerung und nicht das Heraufsetzen von Grenzwerten.

Auch Fisch aus Japan landet eher selten auf unserem Teller. Fische kennen jedoch keine Grenzen und die Verstrahlung des Meerwassers wird sicherlich zu langfristigen Folgen führen, wie das auch schon in anderen Gegenden aufgetreten ist. Fische mit drei Augen werden vielleicht nicht auf Ihrem Teller landen, aber wenn Sie noch zu den Menschen gehören, die Fisch essen, dann kommt jetzt zu den bisherigen Risiken des Fischverzehrs wie zuviel Fett, Antibiotika (bei Zuchtfisch), Pestizide, Schwermetalle wie Quecksilber und Arsen und Weichmacher aus Plastik eben noch eine erhöhte Radioaktivität hinzu. Wenn Ihnen dann noch jemand weißmachen will, Sie bräuchten die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren aus dem Fisch, verweise ich Sie auf meine früheren Newsletter. Diese Substanzen bekommen wir nämlich durchaus auch aus Pflanzen, besonders aus hochwertigen, biologischen, kaltgepressten Ölen.

Quelle Reuters >>> klick


Heuschnupfen und Ernährung

Die Haselnüsse und Erlen sind schon fast verblüht, demnächst folgen die Birkenpollen, somit ist die Heuschnupfen-Saison bereits in vollem Gang.

Heuschnupfen gehört zusammen mit Asthma und Neurodermitis zu den häufigsten allergischen Erkrankungen. Eine Allergie ist eine unangemessene Reaktion auf einen eigentlich harmlosen Stoff. Das kann ein Nahrungsmittel sein, eine Chemikalie oder eben bestimmte Pflanzenpollen.

Dazu kommt es, weil unser Immunsystem manchmal nicht genau zwischen „Freund“ und „Feind“ unterscheiden kann. Es identifiziert einen „Eindringling“ und will ihn bekämpfen. Dazu setzt es Histamin ein, ein Stoff, der die kleinen Blutgefäße erweitert und durchlässiger macht. Dadurch entstehen verschiedene Symptome: Entzündung, juckende Augen, Niesen, Schnupfen oder die Nesselsucht, bei der auf der Haut quaddelige rote Stellen erscheinen, die stark jucken und brennen können. Letztere nennt man auch Urticaria, der Name stammt von der Brennessel – Urtica dioica – die über ihre Brennhaare auch Histamin abgibt.

Pollen sind nicht die Ursache des Heuschnupfens, sie sind nur der Auslöser.

Pollen enthalten Eiweißmoleküle und Fette, meist reagiert der Körper allergisch auf das Eiweiß. Eine der Hauptursachen hierfür ist der Verzehr von Tiermilch. Insbesondere Kuhmilch, aber auch alle anderen Tiermilche können durch das Fremdeiweiß im Darm Entzündungen auslösen. Bei einer Entzündung entstehen immer Schwellungen, dadurch wird die Darmwand auch für größere Eiweißmoleküle durchlässig, die im Normalfall erst noch in kleinere Aminosäuren heruntergebrochen würden. Das Immunsystem reagiert auf diese Eiweißmoleküle mit Abwehr – das ist durchaus angemessen. Kommen dann ähnlich aussehende Eiweißmoleküle vorbei, z.B. aus dem Pollen, entsteht auch hier eine Abwehrreaktion unseres Körpers.

Der Unterschied zum Schnupfen oder einer normalen Erkältung besteht im Symptom des Juckens. Bei der allergischen Reaktion jucken die Augen, die Nase oder auch die Haut an bestimmten Stellen.

Die Behandlungsmöglichkeiten der Schulmedizin bestehen zum Einen aus der Unterdrückung der Symptome durch Medikamente, sogenannte Antihistaminika. Eine Desensibilisierung soll dem Körper beibringen, auf kleine und dann immer größere Mengen des allergieauslösenden Stoffs reaktionslos zu bleiben, es soll sozusagen eine Gewöhnung entstehen. In beiden Fällen wird sich auf die Beseitigung der Symptome konzentriert, nicht aber auf die Ursachen.

Milch ist die Mutter aller Allergien

Das sagen manche Ernährungswissenschaftler. Denn bei den meisten Menschen liegt allen anderen Allergien und Unverträglichkeiten ursprünglich eine Milchallergie zugrunde. Eines der ersten Anzeichen dafür ist Milchschorf. „Aber den hat doch fast jedes Kind“, höre ich ganz oft. Ja, das stimmt. Aber das zeigt nur, wie weit verbreitet das Problem ist.

Milchschorf sieht man auch bei voll gestillten Kindern und lange habe ich den Zusammenhang selbst nicht verstanden. Wie kann ein Kind, das nur Muttermilch zu sich nimmt, eine Allergie gegen Tiermilch aufbauen? Dabei ist die Antwort ganz einfach: Mütter, die während der Stillzeit nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten und selbst meist unerkannt an einer Milchunverträglichkeit leiden, geben einige der größeren Eiweißmoleküle aus der Tiermilch zusammen mit ihrer eigenen Milch an das Kind weiter. Dann können dieselben Folgen entstehen, als ob das Kind selbst schon Tiermilch bekäme: die Grundlage für alle späteren Allergien entsteht hier. Der Milchschorf ist nur ein erstes Zeichen, Neurodermitis, Asthma etc. können später auftreten.

Dieser Zusammenhang ist auch immer wieder durch einfache Beobachtung an Kindern bestätigt worden. Werden die Kinder konsequent ohne Milchprodukte ernährt, verschwinden in vielen Fällen die Symptome innerhalb weniger Wochen.


Vegane Ernährung schützt vor grauem Star

Der Verzehr tierlicher Nahrungsmittel erhöht das Risiko von Katarakten, dem sogenannten grauen Star. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die gerade im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde. Es handelt sich wieder ein Teilergebnis aus der EPIC-Studie, an der zehn europäische Länder teilnehmen.

Der graue Star ist eine Augenerkrankung, bei der sich die Linse zunehmend eintrübt. Schulmedizinisch besteht die einzige Behandlungsmöglichkeit in einer Operation, bei der die Linse des Auges durch ein künstliches Implantat ersetzt wird.

Für das Ergebnis dieser Studie wurden die Daten von fast 28.000 Personen analysiert und sie wurden in sechs Ernährungsgruppen eingeteilt: hoher Fleischkonsum, mittlerer Fleischkonsum, geringer Fleischverzehr, Fischesser, Vegetarier und Veganer. Im Vergleich zur Gruppe mit dem höchsten Fleischverzehr senken die Menschen ihr Risiko, Grauen Star zu bekommen wie folgt: mittlerer Fleischverzehr 4%, Fischesser 21%, Vegetarier 30% und Veganer 40%

Quelle: Appleby PN, Allen NK, Key TJ. Diet, vegetarianism, and cataract risk. Am J Clin Nutr. Published ahead of print March 23, 2011. doi: 10.3945/ajcn.110.004028.


Neue Seminare & Termine

Vegan Spring

Am 23. April findet in Hannover ein veganes Frühlingsfest statt. Hier können Sie erleben, dass vegan viel mehr bedeutet als nur eine neue Ernährungsmode – es ist eine Lebenshaltung. Die Bereicherung, die dieser Lifestyle, wie es so schön auf neudeutsch heißt, darstellt, können Sie an diesem Ostersamstag in Hannover erleben. Allein das Showkochen von Björn Moschinski, einem der bekanntesten veganen Chefs, ist schon die Reise wert.

Außerdem wird es wundervolle vegane Köstlichkeiten zu probieren geben und natürlich jede Menge Informationen rund um die Themen Ernährung, Umweltschutz und Tierrechte. Ich werde dort eine Rede halten und würde mich freuen, Ihnen dort persönlich zu begegnen. Sie finden mich sicherlich auch immer wieder am Infostand der Veganen Gesellschaft Deutschland. Weitere Informationen gibt es hier >>> klick. Dort kann man auch einen Flyer herunterladen und so die Information weiter verteilen.

Konferenz am Bodensee

Eine Woche später, am 30. April, findet in Radolfzell eine Regionalkonferenz des Vegetarierbunds und der Veganen Gesellschaft Deutschland statt. Unter dem Titel “Zeit für den Frieden zwischen Mensch und Tier sowie für ein Leben in Harmonie mit der Natur – Jetzt!” befasst sich die Konferenz mit vielfältigen Themen. Ich halte einen Vortrag mit dem Titel “Die Entzauberung des Mythos von Fleisch und Milch”, anschließend geht es um das Thema eines ökologischen bio-veganen Land und Gartenbaus. Nach der Mittagspause folgen zwei weitere Vorträge zum Thema Jagd und Tierrechte, daran schließt sich dann eine Podiumsdiskussion an. Der Rest des Nachmittags gehört dann dem offenen Dialog, der aktiven Arbeit an mehreren Themenkreisen.

Die Termine für Online-Seminare finden Sie nach wie vor auf meiner Website: https://fragino.de


Ich freue mich, wenn Sie die Informationen über diesen Newsletter und natürlich die Vorträge und Seminare weiterempfehlen. Ebenso sind mir Ihre Anregungen und Kritik immer willkommen.

Herzlichst

Frauke Girus-Nowoczyn

PS: Allen neuen Abonennten noch ein herzliches Willkommen. Die früheren Ausgaben des Newsletters finden Sie jetzt hier: https://www.fragino.de/newsletter-archiv/

PPS: Keine der in diesem Newsletter genannten Informationen ersetzt eine persönliche Beratung durch fachkundige Menschen, die mit alternativmedizinischen Methoden und der veganen Ernährungsweise selbst Erfahrungen gesammelt haben. Zögern Sie nicht, nachzufragen.