Homöopathie

“Ähnliches heilt Ähnliches”

Die Homöopathie ist umstritten und oft unverstanden. Um sie erfolgreich anzuwenden, ist nämlich eine völlig andere Denkweise erforderlich als in der herkömmlichen Medizin. Letztere setzt der Krankheit Widerstand entgegen und bekämpft einzelne Symptome als seien sie die Krankheit selbst. Die Homöopathie dagegen schaut immer auf den ganzen Menschen – bezieht immer auch die emotionale und geistige Ebene mit ein. Deshalb gibt es keine Kügelchen gegen Kopfschmerzen oder gegen Magengeschwüre. Behandelt werden Menschen mit der Gesamtheit ihrer Beschwerden.

Nehmen wir als Beispiel Kopfschmerzen. Sie können z. B. stechend, pulsierend, dumpf oder schneidend sein. Vielleicht treten sie vom Nacken auf und ziehen sich zur Stirn oder sie schießen plötzlich an einer ganz kleinen Stelle an der Schläfe ein, wie ein Nagel, der in den Kopf getrieben wird. Manche treten auf, wenn die Sonne aufgeht und verschwinden abends bei Sonnenuntergang. Einige werden besser durch Essen, andere gehen mit Übelkeit einher. Die Manche Kopfschmerzen treten nach Ärger auf, andere bei Traurigkeit oder einfach nach einer arbeitsreichen Woche. Die Reaktion auf die Kopfschmerzen kann ein innerer Rückzug sein oder die Suche nach Berührung und Fürsorge. Ich könnte noch lange so weiter schreiben, aber ich hoffe, es wird deutlich, dass “Kopfschmerzen” nur eine sehr vage Überschrift sind. Dementsprechend gibt es viele geeignete Arzneien und die Kunst besteht darin, die richtige zu finden.

Es wird immer wieder versucht, Abkürzungen zu nehmen, um weniger Mühe zu haben, die richtige Arznei zu finden. Es gibt die sogenannten bewährten Indikationen, wie zum Beispiel Arnika bei stumpfen Verletzungen als Erstversorgung zu geben, das sind Erfahrungswerte aus der über 200-jährigen homöopathischen Praxis. Darüber hinaus sind Komplexmittel in Mode gekommen, die den Grundsätzen der Homöopathie völlig widersprechen und eher den Charakter der Schrotschusstechnik mit verbundenen Augen haben. Man ballert einfach mal los und hofft, dass man ein Symptom trifft.

Neben meiner persönlichen jahrzehntelangen Erfahrung in der Praxis habe ich mehrere Bücher berühmter Homöopathen mit ausführlichen Falldarstellungen übersetzt. Darunter die zwei Bände “Homöopathie und Minerale” von Rajan Sankaran, sowie sein Buch über die Mollusken. Außerdem das Buch von Tinus Smits über die “Inspirierende Homöopathie”. Ich habe auch mehrere Jahre als Dozentin für klassische Homöopathie Seminare und Jahresgruppen geleitet. 

Interessanterweise hat Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie bereits vor über 200 Jahren über die Notwendigkeit einer gesunden Ernährung und Lebensführung ausführlich geschrieben. Hahnemann wusste schon, dass eine falsche Ernährung und Lebensführung zu Krankheit führen können und deshalb vor oder während einer homöopathischen Behandlung mit angesprochen werden müssen. Es nicht zu tun und sich allein auf die Wirkung der Kügelchen zu verlassen, ähnelt ein bisschen überspitzt formuliert jemand, der sich täglich mit dem Hammer auf sein Knie schlägt und erwartet, dass Arnika die blauen Flecken beseitigt. 

Aus diesem Grund gehören für mich die Betrachtung und Optimierung der Ernährung sowie von Arbeits- und Lebensgewohnheiten zu einer vollständigen Behandlung dazu.