Fluorchinolone – Antibiotika mit schwersten Nebenwirkungen

Wann ist die Verschreibung von Antibiotika sinnvoll? Sie haben immer mehr oder weniger starke Nebenwirkungen und diese müssen gegen die rettende Wirkung abgewogen werden.

Seit Jahren stehen Fluorchinolone in der Kritik. Gewarnt wurde seit 2008, erst vor Schädigungen der Sehnen, dann vor einer irreversiblen Schädigung der Nerven, besonders in Fingern und Füßen, die sogenannte periphere Neuropathie. Dann kamen die Warnungen vor Störungen im Blutzuckerstoffwechsel bis hin zum Koma, Aneurysmen sowie Stimmungsstörungen, Panikattacken, Angst- und anderen psychischen Störungen. Auch akutes Nierenversagen oder Netzhautablösungen, die zur Erblindung führen, können auftreten. Manche Fibromyalgie-Erkrankungen könnten auch auf diese Antibiotika zurückzuführen sein.

Die Nebenwirkungen klingen oft erst nach Jahren ab, manche bleiben lebenslang bestehen. Wenn die Einnahme mit Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen oder dem Entzündungshemmer Kortison einherging, waren die Nebenwirkungen noch schwerer. Mehrere tausend Menschen sind an den Nebenwirkungen verstorben, die genaue Zahl lässt sich gar nicht ermitteln, da der Zusammenhang nicht immer hergestellt wurde.

Trotzdem werden diese Antibiotika immer noch zu leichtfertig verschrieben, teilweise bei leichten oder mittelschweren Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen. Sie sollten nur bei schwersten lebensbedrohlichen Erkrankungen wie z. B. einer Bauchfellentzündung angewandt werden und auch nur, wenn andere Antibiotika versagt haben. Ende 2018 gab es endlich einen sogenannten Rote-Hand-Brief an alle Angehörigen von Heilberufen, die diese Medikamente verschreiben und verkaufen dürfen.

In den USA haben schon über 200.000 Betroffene Klage gegen die Hersteller eingereicht. Bisher gibt es bei uns keinen Warnhinweis auf der Packung.

Es besteht der Verdacht, dass Menschen mit Morbus Meulengracht, die manchmal auch als Slow Detoxifier (langsame Entgifter) bezeichnet werden und die auch Paracetamol nicht vertragen, besonders gefährdet sind. Eine Studie hierzu ist in Vorbereitung.

Wenn Sie möglicherweise betroffen sind, finden Sie eine Vielzahl an Informationen und Unterstützung im Fluorchinolon-Hilfeforum. Für alle gilt: wenn Sie Antibiotika verschrieben bekommen, lesen Sie den Beipackzettel unbedingt und fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Jedes Antibiotikum schädigt das Immunsystem und den Darm. Prüfen Sie sorgfältig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob es keinen anderen Weg gibt.

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