Essbare Antidepressiva

Jetzt machen ein Jahrhundertsommer und der goldene Herbst wirklich Platz für die dunkle Jahreszeit. Viele haben dann mit November-Blues und Winterdepression zu tun. Kann die Ernährung  bei Depressionen helfen?

Antidepressiva werden immer häufiger verschrieben. Die meisten verbessern den Serotonin-Haushalt und manchmal auch den Dopamin-Haushalt. Diese beiden sind die wichtigsten Glückshormone. Sie sind die schnelle und einfache Lösung und sollen schnell aus der Isolation führen, in die Depressionen Menschen oft bringen. Doch der Preis ist hoch: Nebenwirkungen von Antidepressiva reichen von Verdauungsstörungen bis hin zu Selbstmordgedanken.

Eine Ernährungsumstellung kann den Serotoninhaushalt schneller und nachhaltiger beeinflussen, als Sie sich das in Ihren kühnsten Träumen vorstellen können. Wenn Sie aufhören, Ihren Körper mit Zucker, Weißmehlprodukten und Alltagsdrogen wie Kaffee & Co. aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihm statt dessen geben was er (und das Gehirn) braucht, dann lichtet sich der Nebel oftmals sehr schnell. Innerhalb von 2 Wochen kann sich bereits eine enorme Verbesserung einstellen, die jedoch relativ schnell wieder verloren geht, wenn die ungesunden Nahrungs- und Genussmittel wieder im Speiseplan landen.

Worauf kommt es also an? Sie brauchen vollständige Proteine, vollwertige und komplexe Kohlenhydrate und die richtigen Fette. Die folgenden Lebensmittel verbessern die Gehirngesundheit mehr als Medikamente:

1. Haferflocken

berries-1846085_640Schon das Frühstück macht den Unterschied. Haferflocken sind voller B-Vitamine, Magnesium, Kalium und Eisen sowie Calcium. Außerdem ist ihr Protein so wertvoll wie das der gehypten Chia-Samen oder Quinoa. All diese Bestandteile wirken zusammen, um Wohlfühlhormone freizusetzen und den Körper mit stabiler Ernergie zu versorgen. Sie tragen sogar dazu bei, den Blutzucker zu stabilisieren und langfristig den Blutdruck zu senken.

Tipp: Kaufen Sie immer Vollkorn-Haferflocken oder lassen Sie ganze Körner im Bioladen flocken, denn je frischer desto geringer ist der Vitaminverlust. Milchprodukte und Gluten schädigen den Darm und tragen so zu Depressionen bei, denn es werden beispielsweise 90% des körpereigenen Serotonins im Darm gebildet. Deshalb sollten Sie Ihr Müsli am Morgen mit pflanzlichen Milchalternativen z. B. aus Mandeln oder Cashews zubereiten oder mit einem Soja- bzw. Kokosjoghurt.

2. Leinsamen
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Leinsamen liefern zum einen sehr wertvolle Ballaststoffe, aber vor allem sind sie eine perfekte Quelle an Omega-3 Fettsäuren. Streuen Sie bis zu einem Esslöffel voll in Ihr morgendliches Müsli mit den obigen Haferflocken. Die Samen sollten allerdings frisch geschrotet oder gemahlen werden, denn Omega-3 Fettsäuren sind sehr schnell verderblich und unzerkleinert nützen Sie Ihnen fast gar nichts. Ich verwende dazu eine kleine elektrische Kaffeemühle – damit ist die Tagesration in Sekunden fertig.

3. Broccoli

broccoli-494754_640Unser Wundergemüse mal wieder. Broccoli liefert dem Gehirn vor allem Vitamin B6, Calcium und gutes Eiweiß, die für gute Stimmung sorgen. Broccoli hilft gegen Angst- und Schlafstörungen. Sie sollten täglich eine Portion davon essen, denn es gibt unendlich viele Variationen der Zubereitung. Außerdem gilt Broccoli als eines der wichtigsten Anti-Krebs Lebensmittel.

4. Süßkartoffeln

yam-2006312_640Süßkartoffeln enthalten viel L-Tryptophan, aus dem Serotonin gebildet wird. Als “Seelentröster” sind sie mindestens so wirkungsvoll wie Schokolade, aber eben ohne den negativ wirkenden Industriezucker. Süßkartoffeln liefern viele B-Vitamine, vor allem B6, das besonders wichtig bei Depressionen ist. Sie enthalten viele wertvolle Ballaststoffe, wodurch sie zur Stabilisierung des Blutzuckers und einer Normalisierung des Blutdrucks beitragen. Außerdem helfen das enthaltene Magnesium und Kalium dabei, das Stresshormon Cortisol schneller abzubauen.

Kleiner Serviervorschlag: Im Ofen gebacken mit Tomaten, Oliven und Petersilie und einer Cashew-Sourcreme.

5. Avocados

avocado-829092_640Diese grünen Power-Früchte liefern eine Menge gesunder Fette. Im Gegensatz zu Ölen sind Avocados vollwertig und liefern nicht nur Fett, sondern darüber hinaus Magnesium, Kalium und B-Vitamine. Besonders hoch ist der Anteil an Folsäure – ein B-Vitamin, das Stress und Angst löst und für die gesunde Gehirnfunktion wichtig ist. Avocados können Sie vielfältig zubereiten einfach aufgeschnitten als Brotbelag, zerdrückt mit Tomaten und Knoblauch als Guacamole-Dip zu Gemüsesticks, einfach in Stücke geschnitten im Salat oder aufwändig mit (roher) Schokolade als Mousse – ein großartiges Dessert in einem festlichen Menü.

6. Walnüsse

walnuts-2902078_640Sie sehen schon aus wie kleine Gehirne und sind echte Power-Packs. Walnüsse haben einen hohen Anteil an wertvollen Omega-3 Fettsäuren und enthalten außerdem u.a. Magnesium. Walnüsse wirken nachweislich entzündungshemmend und tragen zu gesunden Cholesterinwerten bei. Außerdem verbessern Walnüsse den Melatonin-Haushalt, dieses Hormon ist wichtig für guten Schlaf. Bei Frauen verringert der regelmäßige Verzehr von Walnüssen Wechseljahresbeschwerden.

7. grünes Blattgemüse

col-1868631_640Generell ist jede Form von frischem grünblättrigem Gemüse gut gegen Depressionen. Sie enthalten alle viel Magnesium, Kalium, Calcium, Eisen und B-Vitamine und sorgen so für gute Stimmung. Genießen Sie die Vielfalt, die Abwechslung. Jeder Salat und jedes Gemüse schmeckt anders. Probieren Sie nicht nur Feldsalat, sondern z. B. auch Ruccola und alle grünen Salate (außer Eisberg, da sind vergleichsweise wirklich wenig Nährstoffe drin), Spinat, Mangold und die ganzen Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Minze oder Koriander. Außerdem nicht zu vergessen: die riesige Vielfalt an Kohlgemüsen.

Last, but not least – kaufen Sie bio

Glyphosat und andere Agar-Chemikalien stehen im Verdacht, Depressionen auszulösen und zu verstärken. Sie tun sich also einen großen Gefallen, wenn sie diese Giftstoffe so gut wie möglich meiden. Auch wenn Bio-Gemüse oft teurer ist, ist es doch eine gute Investition in Ihre Gesundheit.

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