Ein entzündeter Darm beeinflusst die Psyche – auch schon von Kindern und Jugendlichen

Schon länger ist bekannt, dass sich ein entzündeter Darm auf die Psyche von Erwachsenen auswirkt. Nun hat eine schwedische Studie [1] sich auch mit den Auswirkungen auf Kinder und Jugendlichen befasst. Hier sind die Verläufe noch schwerer.

6.464 Menschen mit einer Diagnose von Reizdarm, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn vor dem Alter von 18 Jahren wurden in der Studie erfasst und ihre Daten wurden mit ihren gesunden Geschwistern und mit einer Kohorte von 323000 gesunden, fremden Personen verglichen. Die durchschnittliche Beobachtungszeit waren neun Jahre.

Bei 1117 der erkrankten Kinder und Jugendlichen wurden nach der Darmerkrankung psychiatrische Diagnosen gestellt. Das sind 60% mehr als bei Gesunden (Erhöhung von 11,8% auf 17,3%). Es gab Selbstmordversuche, Stimmungsstörungen, Angststörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, AD(H)S sowie Störungen aus dem autistischen Spektrum. Jungen und Mädchen waren gleich betroffen. Hauptsächlich begannen die Erkrankungen im ersten Jahr nach der Diagnose, aber auch bis zu fünf Jahre danach waren sie noch statistisch signifikant.

Die Wissenschaftler sind der Auffassung, dass Kinder und Jugendliche, bei denen eine entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wird, psychologische Unterstützung benötigen.

Chronische Darmentzündungen verhindern

Ich denke, dass es vor allem darum gehen sollte, chronische Darmentzündungen bei Kindern und Erwachsenen zu verhindern. Unter anderem ist der zu frühe Kontakt mit Kuhmilchprodukten ein wichtiger Auslöser für chronische Darmentzündungen, die teilweise auch unbemerkt vorhanden sein können. Auch das sogenannte Leaky Gut Syndrom – der hyperdurchlässige Darm – ist hier mit zu nennen. Hier gibt es auch Verbindungen zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen.

Wer bereits unter IBD, also dem Reizdarm oder anderen entzündlichen Darmerkrankungen leidet, kann durch eine Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung und die Verringerung von Zucker, Kaffee und Alkohol eine deutliche Besserung der Symptome erzielen. Außerdem gibt es Lebensmittel, die die psychische Befindlichkeit verbessern. Unterschätzen Sie nie die Macht der Ernährung – sie ist mit 70-80% der größte Einfluss in ihrem Alltag.

Moderne Akupunktur bei chronischen Darmerkrankungen

Die Moderne Akupunktur nach Boel hat sich als Heilmethode sowohl bei chronischen Darmerkrankungen als auch bei psychischen und psychosomatischen Beschwerden bewährt. Sie besteht aus 10 Einzelmethoden, die miteinander kombiniert werden. In diesem Fall würde man eine Form der Bauchakupunktur mit Stirnakupunktur kombinieren.

[1] Association of Childhood-Onset Inflammatory Bowel Disease With Risk of Psychiatric Disorders and Suicide Attempt
JAMA Pediatr. Published online August 19, 2019. doi:10.1001/jamapediatrics.2019.2662