Beyond Meat – der Test

SoulVood ist ein veganer Imbiss in Lüneburg, der sehr zu meiner Freude nicht nur Fertigprodukte anbietet, sondern wo es z. B: auch selbstgemachte Burger-Patties mit frischem Salat in Dinkelbrötchen gibt. Mein Favorit: der Black-Bean-Burger – echt lecker. Das Gemüse kommt von der Loewe-Stiftung und entspricht Demeter Bio-Standards. 

Der Beyond Meat Burger von SoulVood

Vor Kurzem gab es dann etwas Neues, das wir natürlich probieren mussten: den Beyond Meat Burger. Angeblich schmeckt er genau wie Fleisch. Nun ist es bei mir 25 Jahre her, dass ich zuletzt Fleisch gegessen habe – woher soll ich also noch wissen, wie es schmeckt? Das müssen andere beurteilen, aber da der Burger aus Erbsenprotein hergestellt ist, das eine gute Eiweißquelle darstellt, habe ich natürlich trotzdem probiert. Rote Beete als Zutat liefert den passenden Farbton. Geschmacklich war der Burger einfach lecker.

Tanja, die Inhaberin erzählte uns, dass sie auch schon den aufgetauten Burger z. B. für die Herstellung von veganen Königsberger Klopsen verwendet hat. Wir kauften also auch noch 2 Burger-Patties, um zu Hause zu experimentieren. 

aufgetauter Beyond Meat Burger
aufgetaute Beyond Meat Burger-Patties

Zubereitungshindernis – Der Geruch

Aufgetaut sehen die Burger-Patties völlig unspektakulär aus. Wir beschlossen, sie in der Pfanne zu braten. Mein Liebster hat sogar Öl zum Braten verwendet, ich könnte mir aber vorstellen, dass man die Patties auch problemlos grillen kann. Was uns beim Imbiss an der frischen Luft gar nicht aufgefallen war: der Geruch ist – zumindest für vegane Nasen – sehr intensiv bis unangenehm. Also schnell das Fenster aufgerissen und die Dunstabzugshaube auf volle Pulle gestellt.

Beyond Meat Burger-Pattie als Frikadelle mit gedünstetem Spinat, gebackenen Süßkartoffeln und gegrillter Tomate

Am Ende gab es die Beyond Meat “Frikadellen” mit gedünstetem Spinat, gegrillter Tomate und gebackenen Süßkartoffeln. Es war sehr lecker. 

Warum überhaupt Fleischersatz?

“Wenn Du vegan lebst, warum isst Du dann überhaupt Dinge, die an Fleisch erinnern?” Diese Frage wird in dieser oder ähnlicher Form immer wieder gestellt und es gibt bestimmt auch viele Antworten darauf.

Ich habe fast 40 Jahre lang alle möglichen Tierprodukte gegessen, gern auch Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Käse. Als ich mich für eine vegane Lebensweise entschied, war das aus rein ethischen Gründen. Ich möchte Tierleid vermeiden, so weit es möglich ist. Zugegeben, mein Körper hat angefangen, indem er Fleisch plötzlich für ungenießbar erklärte – ich konnte noch nicht einmal mehr an einer Fleischtheke vorbeigehen und wusste gar nicht genau, wie mir geschah. Der Weg zum veganen Leben begann also tief aus dem Unterbewusstsein heraus und das gedankliche Gebäude dazu kam später. Auch die gesundheitlichen Vorzüge der pflanzenbasierten Ernährung waren mir bei der Entscheidung völlig gleichgültig. 

Dass Tierprodukte lecker sein können, berechtigt uns meiner Ansicht nach nicht dazu, Tiere einzusperren, zu quälen, zu töten und zu essen. Aber es ist eine gute Motivation für Experimente mit dem Geschmack. Kritisch wird es erst, wenn die Ersatzprodukte genau so voll mit versteckten Fetten, Zucker und Konservierungsstoffen sind, wie die Tierprodukte aus der Lebensmittelindustrie. Dann ist vegan gar nicht mehr gesund. 

Fazit: Lecker, aber…

Beyond Meat hat eine 7-jährige Entwicklungszeit hinter sich und kann sozusagen als “Fleisch aus dem Labor” bezeichnet werden. 2014 wurde die Firma unter den Top 50 innovativsten Firmen gelistet. Dazu ein sehr sympathisches Interview mit Ethan Brown, dem Firmengründer. Gegen den Burger spricht unter anderem, dass er derzeit noch aus den USA importiert wird – ein NoGo in Sachen Klimakrise. Zur Zeit ist er nur im Großhandel bei der Metro erhältlich, allerdings hat sich die PHW Gruppe (=Wiesenhof) die Rechte gesichert, den Burger auch in die Supermärkte zu bringen. Vielleicht gibt es dann auch eine Herstellungslizenz.

Ein Beyond Meat Burger kommt ohne Farb- und Konservierungsstoffe aus, ist GMO- und glutenfrei, enthält 20 g Protein aus Erbsen, 3 g Ballaststoffe, 5 g gesättigte Fette aus Raps- und Kokosöl und geringe Mengen an Stabilisatoren wie Kartoffelstärke und Bambuszellulose. Alle Zutaten sind hier aufgelistet. Als gelegentliche Ausnahme ist er damit für mich ok, aber nächstes Mal nehme ich dann doch wieder den hausgemachten Black-Bean-Burger.

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