Als bekennender Kartoffelfan möchte ich heute einmal eine Lanze für diese tolle Knolle brechen, die von vielen aufgrund von diversen Fehlinformationen, insbesondere durch Low-Carb Moden inzwischen gemieden wird.

Vorab sei gesagt: DIE Kartoffel gibt es gar nicht. Aus hunderten von wilden Sorten wurden nur einige wenige weitergezüchtet, kommerziell angebaut und in den Supermärkten verkauft. Manche Bauern spezialisieren sich heute erfreulicherweise auf den Anbau alter Sorten, so zum Beispiel ein Hof in der Nähe von Uelzen. Dort findet man dieses Jahr neben den schon etwas bekannteren Bamberger Hörnchen auch die blaue Anneliese, rosa Tannenzapfen oder den Red Duke of York. Über 30 wechselnde Sorten werden auf dem Hof jedes Jahr vermarktet und können auch online bestellt werden.

Der hohe Anteil an Kartoffeln in der Ernährung macht sie für Forscher besonders interessant. Der Agricultural Research Service, der Forschungsbereich des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, hat fast 2000 Forschungsergebnisse über Kartoffeln veröffentlicht, viele davon beschäftigen sich allerdings – wie könnte es in den USA auch anders sein – mit den Möglichkeiten der gentechnischen Veränderung von Kartoffeln, um z.B. den natürlichen Gehalt an Vitamin E oder Salicylsäure zu erhöhen. Unsere deutschen Kartoffeln sind jedoch eher noch das Ergebnis von Züchtungen, mit Sicherheit gilt das für Bio-Ware.

Was ist drin?

Grundsätzlich haben die Forscher viele Vitamine und mehr als 60 verschiedene Phytonährstoffe in Kartoffeln gefunden. Darunter befinden sich Flavonoide, die zum Schutz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen, sich aber auch positiv auf Atemwegsprobleme und bestimmte Krebsarten auswirken. Kartoffeln tragen wie fast alle Gemüsesorten ebenfalls zur Senkung des Blutdrucks bei. Darüber hinaus enthalten sie sehr viel Vitamin C, sind reich an Folsäure und 100 g Kartoffeln liefern über 15% unseres Tagesbedarfs an Vitamin B6. Dieses Vitamin ist wichtig für unser Nervensystem, die Konzentration und es trägt zur Flexibitlität des Eiweiß-Stoffwechsels bei. Rotschalige Sorten sind besonders reich an Antioxidantien, darunter ß-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bildet.

Kartoffeln liefern uns ebenfalls wichtige lösliche und unlösliche Faserstoffe. Diese helfen Darmkrebs zu verhindern und den Blutzucker stabil zu halten, allerdings liegen sie in oder direkt unter der Schale. Gut gereinigt und kräftig abgebürstet, liefern uns also Pell- oder Backkartoffeln die maximale Menge an Nähr- und Faserstoffen.

100 g Kartoffeln liefern ca. 90 Kcal, aber nur 0,1% davon stammen aus Fett und natürlich sind sie cholesterinfrei. Ihr Eiweißgehalt liegt bei 2,5% und sie enthält alle essentiellen Aminosäuren. Solange sie nicht mit viel Fett sondern mit anderen Gemüsen kombiniert werden, sind sie ein hervorragendes, vielfältig gesundes Nahrungsmittel.

Die vollständige Nährstoffanalyse für 100 g Backkartoffel mit Schale, ohne Salz

Inhaltsstoffe

Menge

Energie 93 Kcal
Kohlenhydrate 21 g
Eiweiß 2-3 g
Gesamtfett 0.10 g
Cholesterin 0 mg
Faserstoffe 2-3 g

Vitamine

Anteil des Tagesbedarfs
in %

Folsäure (B9) 28 mcg 7%
Niacin (B3) 1.4 mg 7%
Pantothensäure (B5) 0.4 mg 4%
Pyridoxin (B6) 0.3 mg 16%
Riboflavin (B2) 0.038 mg 3%
Thiamin (B1) 0.1 mg 7%
Vitamin A 10 IU <1%
Vitamin C 9.6 mg 16%
Vitamin K 2.0 mcg 2%
Cholin 14.8 mcg ~

Elektrolyte

Natrium 10 mg 0.8%
Kalium 535 mg 15%

Mineralstoffe

Calcium 15 mg 1%
Eisen 1.1 mg 6%
Magnesium 28 mg 7%
Mangan 0.2 mg 11%
Phosphor 70 mg 7%
Zink 0.4 mg 2%

Antioxidantien

ß-Carotin 6 mcg
Lutein-zeaxanthin 30 mcg

Quelle: USDA National Nutrient data base

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Bildquelle: Gisela Enders – pixelio.de

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