Osteoporose ist ein Schreckgespenst – besonders für Frauen jenseits der Wechseljahre. Allerdings sind durchaus auch Männer betroffen. Insgesamt leiden in Deutschland etwa 7 bis 8 Millionen Menschen daran.  Die weit verbreitete Empfehlung, viele Milchprodukte zu sich zu nehmen, gehört zu den größten Falschinformationen aller Zeiten. Denn obwohl Milchprodukte viel Calcium enthalten, kann unser Körper dieses Calcium nur schlecht verwerten. Oft benötigt er für die Verarbeitung des Milcheiweißes mehr Calcium, als ihm dabei zugeführt wird. Daher haben die Länder, in denen viele Milchprodukte verzehrt werden, weltweit die größten Osteoporoseraten. Doch es gibt durchaus Maßnahmen, die Sie ergreifen können und die wirklich etwas zur Knochengesundheit beitragen. Eine davon möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum

Studien belegen, dass ein erhöhter Salzkonsum eine direkte Erhöhung um bis zu 73% des Calciums im Urin zur Folge hat. (1), (2). Allein durch zuviel Salz kann bis zu 1% der Knochenmasse jährlich abgebaut werden (3). Der Einfluss des Salzkonsums auf den Knochenabbau ist damit genau so wichtig, wie die Calcium-Aufnahme selbst. Die Verringerung des Salzkonsums von 10 g täglich auf nur noch 5 g hat auf das Risiko eines Oberschenkelhalsbruchs dieselben Auswirkungen wie die Aufnahme von 1000 mg Calcium. Frauen jenseits der Wechseljahre profitieren bereits von einer Reduktion auf 8,5 g Salz täglich.(4). Weniger ist also mehr!

Osteoporose, Bluthochdruck und Nierensteine

salz-osteoporoseEs ist eine altbekannte Tatsache, dass der Salzkonsum und ein erhöhter Blutdruck miteinander in Verbindung stehen. Menschen mit zu hohem Blutdruck scheiden ebenfalls mehr Calcium im Urin aus. Ein um 20 mm/Hg erhöhter Blutdruck entspricht 0,28 mmol/l mehr Calcium im Urin. Ein vermeintlich geringer Wert, aber das ist die Tagesmenge. (5)

Ihre Nieren filtern Ihr Blut mehrmals täglich durch Osmose. Dazu muss das Verhältnis von Natrium und Kalium ausgeglichen sein, um das Wasser durch die Wände der Blutgefäße in die Sammelgefäße der Nieren zu ziehen. Ein zu hoher Salzkonsum verändert dieses Gleichgewicht, wodurch die Nieren nicht mehr so gut arbeiten können. Sie filtern weniger Wasser aus dem Blut heraus – dadurch erhöht sich der Blutdruck. Das kann dazu führen, dass das Calcium in den Nieren abgelagert wird, anstatt ausgeschieden zu werden – Nierensteine sind die Folge.

Achten Sie auf „gutes“ Salz

Wenn Sie industriell hergestelltes Kochsalz aus dem Supermarkt kaufen, besteht dieses nur aus 40% Natrium und 60% Chlor. Möglicherweise ist noch Jod beigemischt, was das Ganze aber keinesfalls besser macht, denn inzwischen entsteht durch die ständige Beimischung von Jod in Fertigprodukten wie Brot ein permanentes Überangebot. Und zuviel Jod belastet die Schilddrüse mindestens genauso sehr wie zu wenig Jod. Doch dazu ein andermal. Meersalz oder Steinsalz hingegen enthalten eine Vielzahl an Spurenelementen. Das Fehlen dieser Mineralstoffe im herkömmlichen Salz ist eines der Probleme, denn ein verzerrtes Verhältnis von Natrium zu anderen Mineralien wie z. B. Kalium leistet unter anderem einer chronischen Übersäuerung Vorschub. Natriumchlorid mit Jod ist auch das Salz, das üblicherweise in Brot und Fertiggerichten verwendet wird. Wer also nicht alles selbst herstellt, kann ihm gar nicht ausweichen.


Ho, SC, et al. “Sodium is the leading dietary factor associated with urinary calcium excretion in Hong Kong Chinese adults.” Osteoporosis International. 2001; 12, 723-731 
(2) Ginty F, Flynn A, Cashman KD. „The effect of dietary sodium intake on biochemical markers of bone metabolism in young women.“ Br J Nutr. 1998 Apr;79(4):343-50.
(3) CEL et al. The effect of dietary sodium on calcium metabolism in pre menopausal and postmenopausal women. European Journal of Clinical Nutrition. 1997; 51,394-399
(4) Devine A et al. A longitudinal study of the effect of sodium and calcium intakes on regional bone density in postmenopausal women. American Journal of Clinical Nutrition. 1995; 62, 740-745
(5) Blackwood AM et al. Urinary calcium excretion, sodium intake, and blood pressure in a multi-ethnic population: results of the Wandsworth Heart and Stroke Study. Journal of Human Hypertension. 2001; 15, 229-237

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