Nach Giersch, Brennnesseln und Bärlauch hier noch ein paar weitere Wildkräuter, die Ihren Speiseplan kostenlos erweitern und dabei noch Ihre Gesundheit fördern.

Vogelmiere

stitchwort-vogelmiereMan kennt sie auch unter dem Namen Sternmiere oder Sternkraut, ihr lateinischer Name ist stellaria media. Diese wunderschöne zarte Pflanze eignet sich hervorragend für Salate und Suppen und kann fast das ganze Jahr über geerntet werden. Sie regt Verdauungssystem und Stoffwechsel an; das macht sie zu einer wichtigen Pflanze für Entgiftungskuren. Neben dem allgegenwärtigen Vitamin C ist sie vor allem ein guter Zinklieferant.

Als Heilpflanze hat die Vogelmiere ein breites Wirkungspektrum. Sie hilft besonders gut gegen Gelenkentzündungen, Gicht und Rheuma, weil sie der Übersäuerung des Organismus entgegenwirkt. Aber man kennt sie auch bei Verstopfung, Nierenschwäche oder Atemwegserkrankungen wie Husten oder Bronchitis.

Äußerlich als Waschung mit dem Tee oder als Breiumschlag angewendet hilft sie bei allen Arten von Hautausschlägen mit Juckreiz sowie bei schlecht heilenden Wunden.

Sie können auch eine Blütenessenz aus der Vogelmiere herstellen, ähnlich wie die Bachblüten. Auf dieser Ebene hilft sie Menschen mit angegriffenem Selbstvertrauen, die leicht aufgeben und/oder die unter Mobbing leiden.

Löwenzahn

loewenzahnDie Pusteblume, die uns als Kinder so erfreut, ist eine der wirksamsten einheimischen Heilpflanzen. Blätter, Blüte und Wurzel werden verwendet. Der Milchsaft aus dem Stängel wird zur Behandlung von Warzen aufgetupft.

Wie viele gelb blühende Blumen hat Löwenzahn einen starken Bezug zu Leber und Galle. Er regt die Gallenproduktion an, das verbessert die Fettverdauung und hilft gegen Gallensteine. Außerdem regt Löwenzahn sämtliche Verdauungs- und Entgiftungsprozesse an und eignet sich deshalb gut als Bestandteil einer Frühjahrskur.

Die zarten jungen Blätter können mit in den grünen Smoothie am morgen oder in den Salat. Die Bitterstoffe darin regen das Leber-Galle-System an. Wenn die Blätter sehr bitter sind, können Sie sie erst ein paar Minuten in lauwarmes Wasser einlegen und anschließend in den Salat geben. Wenn Sie selbst Pesto herstellen, können Sie darin Löwenzahnblätter mit verarbeiten.

Die Blüten können mit in den Salat, die Wurzel kann als Kaffee-Ersatz verwendet werden. Dazu wird sie gereinigt und getrocknet, dickere Wurzeln werden längs halbiert, dünnere können einfach in kleine Stücke geschnitten werden. Dann werden die trockenen Wurzelstückchen in einer Pfanne angeröstet und anschließend in der Kaffeemühle zu Pulver zermahlen. Pro Tasse wird ca. 1 TL aufgekocht und nach kurzer Zeit gefiltert.

Für den Tee aus Löwenzahnwurzeln werden die Wurzeln trocken abgebürstet, in dünne Streifen geschnitten und getrocknet, aber nicht geröstet. Der Tee wird abends bereits mit kaltem Wasser angesetzt, pro Tasse rechnet man 2 Tl getrocknete Wurzeln. Am nächsten Morgen kurz aufkochen und anschließend filtern.

Löwenzahn hilft Menschen auf der geistigen Ebene sich zu erden und gut für sich einzustehen. Selbstgemachtes Löwenzahnöl in Nacken- und Schultermuskulatur einmassiert hilft Verspannungen aufgrund festgehaltener Gefühle zu lösen.

Löwenzahn(-Thymian)-Honig

Dieser dunkle, dickflüssige Sirup ist ein leckerer Honig-Ersatz, der die Bienen nicht um die Früchte ihrer Arbeit bringt. Manche machen ihn mit den ganzen Blüten, ich habe immer nur das Gelbe abgepflückt, weil es heißt, dass der Honig sonst bitter werden könnte. Da ich das Risiko nicht eingehen wollte, zupfe ich lieber geduldig.

Sie brauchen 100 g der gelben Löwenzahnblütenblätter auf 500 g Zucker. Wenn Sie Gelierzucker nehmen, können Sie die Menge verringern. Besser schmeckt er aber, wenn Sie braunen Vollrohrzucker verwenden. Dann wird die Farbe auch dunkler. Ernten Sie die Blüten unbedingt an einem sehr sonnigen Tag, dann sind sie ganz geöffnet und enthalten mehr Wirkstoffe.

Geben Sie die Blüten in einen Topf und gießen das Wasser darüber sowie den Saft 1/2 Zitrone. Dann kochen Sie das Ganze 20-30 Minuten lang, schalten wieder ab und lassen es über Nacht ziehen. Eigentlich mag ich gar keinen Honig, bis auf den Thymian-Honig, den ich mal in Südfrankreich bekommen habe. Deshalb habe ich 1-2 Tl getrockneten Thymian in einen Teebeutel gefüllt, mit aufgekocht und ziehen lassen.

Am nächsten Tag entfernen Sie den Thymianbeutel und filtern die Blütenblätter heraus. Nun geben Sie den Zucker dazu, kochen den Sirup auf und wenn er beginnt zähflüssig zu werden, reduzieren Sie die Hitze und kochen ihn auf kleiner Flamme ein, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Bedenken Sie bitte, dass der Sirup nach dem Abkühlen noch etwas dickflüssiger wird.

Füllen Sie den heißen Sirup genau wie Marmelade in saubere Schraubgläser. Vergessen Sie bitte nicht, dass der Hauptbestandteil dieser Leckerei Zucker ist und genießen Sie ihn in Maßen. Ich habe größere Mengen davon hergestellt, dann im Winter aber festgestellt, dass er teilweise auskristallisiert war. Im Wasserbad konnte ich ihn retten, aber inzwischen lege ich keine großen Vorräte mehr an.

Ja, es ist zeitaufwändig, aber es macht auch Spaß  und ist besonders für Kinder eine großartige Gelegenheit, Natur zu erleben und sich ein „Andenken“ herzustellen.

 

 

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