grilling-1081675_640Mal ehrlich, wie oft haben Sie inzwischen im Fernsehen schon Sendungen gesehen, in denen die skandalösen Lebensbedingungen in der Massentierhaltung angeprangert wurden? Über 98% des Fleisches in Deutschland stammt aus solchen Quellen, möglicherweise auch das, was das Fleischerfachgeschäft Ihres Vertrauens verkauft. Dem Schnitzel sieht man nämlich nicht mehr an, wie sehr das Lebewesen, von dem es ein Teil war, gelitten hat.

Wie jedes Jahr zur Grillsaison werden wieder Tests durchgeführt. Ökotest hat sich für die Juli-Ausgabe die Grillwürstchen vorgenommen. Wie bei all diesen Tests wurde wenig appetitliches gefunden:

20 Marken wurden getestet, in drei Viertel der Chargen fanden sich Mineralölrückstände. Ob diese aus der Verpackung ins Fleisch übergehen oder schon im Produktionsprozess hineingelangen, konnte nicht festgestellt werden. Diese Rückstände werden nicht unbedingt einfach vom Körper ausgeschieden, sondern können sich anreichern und möglicherweise zu Krebs oder Organschäden führen.

In einer Charge wurden so hohe Antibiotikarückstände gefunden, dass die Würstchen nur auf Rezept in der Apotheke verkauft werden dürften. In allen Würstchen fanden sich Phosphate, die dafür sorgen, dass der Wasseranteil mit dem Fleischanteil verbunden bleibt. Zu viel Phosphor bedeutet ein zusätzliches Risiko für die Herz- und Gefäßgesundheit, die aufgrund des Cholesterins und der gesättigten Fettsäuren sowieso schon stark beansprucht wird. Außerdem kann Phosphor die Nieren schädigen.

Die Tierqual ist unbeschreiblich

Schweine sind hoch intelligente und saubere Tiere, sie sind zum Beispiel Hunden deutlich überlegen, was Intelligenz und kognitive Fähigkeiten angeht. Diese Tiere werden während ihres kurzen Lebens kaum genug Platz, um sich umzudrehen, nämlich 0,75 m2. Normalerweise würde ein Schwein im Durchschnitt 10 Quadratmeter benötigen, um es artgerecht unterzubringen. Das gibt es noch nicht einmal beim Biobauern.

Die Tiere haben keinen festen Boden und kein Stroh unter sich, sondern sie stehen auf Spaltenböden, durch die der Ammoniakgeruch ihrer Ausscheidungen ungehindert hochsteigen kann. Das wäre ungefähr so, als würden Sie bei sich im Gästeklo (ohne Deckel und ohne Spülung) drei Kinder einsperren und zwar dauerhaft, 24 Stunden am Tag, 4 Jahre lang. Denn das Tageslicht sehen Schweine in der konventionellen Haltung nur an dem Tag, an dem sie zum Schlachthaus gefahren werden. Die Enge, der Gestank und der Stress machen die Schweine halb wahnsinnig. Streit kommt auf, die Tiere verletzen sich gegenseitig. Da das gegen die wirtschaftlichen Interessen der Halter ist, werden den Schweinen die Eckzähne abgeschliffen (ohne Betäubung) und die Schwänze kupiert (ebenfalls ohne Betäubung), damit sie sich nicht gegenseitig verletzen können. Da Eberfleisch nicht so gut schmeckt, werden die männlichen Ferkel kastriert – ohne Betäubung – auch in der Biohaltung.

Das Ende dieses unwürdigen Daseins im Schlachthof ist geprägt von Angst und Leid. Die Tiere erkennen nämlich durchaus, dass ihnen Schreckliches bevorsteht. Oft genug versagen die Betäubungsmethoden und das Schwein erlebt bei vollem Bewusstsein, wie es am Hinterbein aufgehängt, mit einem Messer abgestochen und dann noch in ein heißes Brühbad getaucht wird.

Leckere Alternativen

Natürlich muss niemand Würstchen grillen. Es ist auch kein besonders wichtiger Ausdruck unserer Kultur. Man könnte Gemüsespieße marinieren und grillen, ebenso Kartoffeln und leckere Soßen dazu machen. Wer der Illusion des Fleischessens nachhängen möchte, der kann inzwischen in jedem – naja zumindest in jedem gut sortierten – Supermarkt, vegane Würstchen, Schnitzel und andere Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis kaufen. Manche schmecken sehr gut, andere weniger, aber es gibt inzwischen so viele unterschiedliche Angebote, dass Sie da sicherlich fündig werden.

Ichwünsche Ihnen einen guten Appetit.

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