eat-547511_640An was denken Sie, wenn Sie die Worte „gesunde Lebensmittel“ lesen? In mir entsteht sofort ein Bild verschiedener Obst- und Gemüsesorten. Viele Eltern beklagen sich, dass ihre Kinder nicht genug davon essen. Wenn sich jedoch Wissenschaft und Forschung mit dem Thema befassen, dann geht es meist um Marketingmethoden zur Verkaufssteigerung. Denn machen wir uns nichts vor: Natürlich forscht niemand daran, wie man Kindern Erbsen oder Möhren schmackhaft macht, weil sich daran nichts verdienen lässt. Verkauft werden sollen Produkte, oft mit enorm viel verstecktem Zucker und/oder Fett. Langfristig sind gesunde Menschen, die sich mit frischen, unverfälschten Produkten ernähren, eben keine leicht zu verführenden Kunden und auch als Patienten weniger lukrativ.

Wissenschaftler der Universität Bonn haben Kindern identische Produkte in drei unterschiedlichen Verpackungen präsentiert. Die Begeisterung der Kinder für das eine oder andere Produkt wurde daran gemessen, wie fest sie zugriffen, um es zu bekommen. Es wird Sie nicht überraschen, dass die Kinder schlichte Verpackungen und solche mit Gesundheitshinweisen links liegen ließen und bevorzugt zu den Packungen mit „besonders attraktiven Zeichentrickfiguren“ griffen.

Die Kinder im Grundschulalter durften dann auch probieren und hier wird es interessant: Sie erklärten nämlich, dass das Müsli aus der Zeichentrickfiguren-Packung besser schmeckte als die anderen beiden. Genau wie Erwachsene lassen sich also auch schon Kinder durch die Erwartung beeinflussen, die passende bunte Bildchen hervorgerufen haben. Jetzt wollen die Forscher prüfen, inwieweit sich dieser Effekt zum Beispiel zur Beeinflussung übergewichtiger Kinder nutzen lässt.

Sollten Sie jetzt Etiketten mit Zeichentrickfiguren auf Äpfel oder Möhren kleben?

Die Erziehung zur gesunden Ernährung beginnt tatsächlich lange vor dem Grundschulalter. Schon die Essgewohnheiten der Mutter während der Schwangerschaft, beeinflussen die späteren Vorlieben der Kinder, fanden Forscher heraus. Die Ernährungsgewohnheiten von Menschen werden in den ersten zehn Lebensjahren geprägt. Alle späteren Veränderungen sind nur durch die Überwindung von Widerstand zu schaffen.

So lernen Kinder, sich gesund zu ernähren

Wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder den Geschmack unverfälschter Lebensmittel lieben, dann geben Sie Ihnen so spät wie möglich Fertigprodukte. Es fängt schon damit an, dass die meisten Säuglinge und Kleinkinder niemals Wasser zu trinken bekommen, sondern immer nur Saftschorlen oder Tee. Das erzeugt schon das erste suchtartige Verhalten. Geben Sie den Kleinsten neben Muttermilch ruhig einfach Wasser zu trinken und den Älteren statt Saft lieber Obst (und Gemüse) zu essen und ebenfalls Wasser zu trinken. Ohne Kohlensäure versteht sich, denn Kohlensäure ist säurebildend, passt also nicht zu einer basischen Ernährung.

Beteiligen Sie sie so früh wie möglich an der Zubereitung. Kleine Kinder können das Gemüse schon waschen oder Teller dekorieren, die größeren helfen beim Schnibbeln.

Wenn Sie Platz für ein paar Blumentöpfe haben, ziehen Sie essbare Kräuter. Kinder lieben es und gewöhnen sich so schon an den Geschmack des Ergebnisses. Wenn Sie einen Garten oder größeren Balkon haben, lässt sich das natürlich entsprechend ausdehen. Ideen und Hilfe gibt es in dem Buch „Peaceful Gardening“ von Susanne Heine.

Spielen Sie Genussspiele. Z. B. mit verbundenen Augen Dinge zu probieren und zu erraten, was das ist. Oder gestalten Sie ein spezielles Memory, in dem zu einem Paar immer der essbare Teil und das Blatt der Pflanze gehören.

 

 

 

 

 

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