veggie-500Es ist weithin bekannt, dass Obst und Gemüse viele gesundheitliche Vorteile haben. Trotzdem ernähren sich die meisten in den westlichen Ländern ausgesprochen ungesund. Es bleibt eine schwierige Aufgabe, Menschen dazu zu bewegen, mehr Obst und Gemüse in ihre Ernährung zu integrieren.

Forscher der Universität von Warwick, England und von Queensland, Australien wollten die psychologischen Auswirkungen des Verzehrs von Obst und Gemüse erforschen, nachdem immer mehr Studien die positiven Auswirkungen auf Herzerkrankungen, Bluthochdruck und anderen Zivilisationserkrankungen zeigen. Hierzu untersuchten sie die Ernährungstagebücher von über 12.000 Personen und evaluierten sorgfältig deren psychisches Wohlbefinden in den Jahren 2007, 2009 und 2013.[1]

warwick-resultsHöhere Glücksraten fanden sich überall dort, wo zumindest eine Portion und bis zu acht Portionen Obst und Gemüse zusätzlich verzehrt wurden.

Die Wissenschaftler sagten, das Glücksempfinden sei in etwa mit dem Finden einer Arbeit nach Arbeitslosigkeit vergleichbar. Diese Zunahme an Wohlbefinden entwickelte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Einer der Forscher sagte: „Obst und Gemüse zu essen verbessert unsere Glücksbilanz viel schneller als es unsere Gesundheit verbessert. Die Motivation der Menschen, sich gesund zu ernähren wird durch die Tatsache geschwächt, dass die gesundheitlichen Auswirkungen wie z. B. der Schutz gegen Krebs sich erst Jahrzehnte später auszahlen. Da ist das Wohlbefinden, das durch vermehrtes Essen von Obst und Gemüse ausgelöst wird, deutlich schneller.«

Many apples a day keep the blues away

Bereits 2013 zeigte eine kleinere Studie[2] eine deutliche Tendenz: 281 Studenten wurden nur drei Wochen lang beobachtet. Man fand heraus, dass ein hoher Verzehr an Obst und Gemüse direkt mit dem psychischen Wohlbefinden am Tag des Essens und am nächsten Tag zu tun hatte. Das bedeutet, dass gesundes Essen für positive emotionale Erlebnisse zuständig sein könnte und nicht umgekehrt.

In meinen Augen ist das ein Lichtblick für alle, die mit emotionalem Essen zu tun haben.


Quellen
[1] Mujcic R, J Oswald A. Evolution of Well-Being and Happiness After Increases in Consumption of Fruit and Vegetables. Am J Public Health. 2016 Aug;106(8):1504-10.
doi: 10.2105/AJPH.2016.303260. PubMed PMID: 27400354; PubMed Central PMCID:
PMC4940663

[2] White BA, Horwath CC, Conner TS. Many apples a day keep the blues away–daily experiences of negative and positive affect and food consumption in young adults. Br J Health Psychol. 2013 Nov;18(4):782-98. doi: 10.1111/bjhp.12021. Epub 2013 Jan 24. PubMed PMID: 23347122

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