Gesunde Ernährung für Kinder

Foto: Adeloja, Ecuador

Heute ist der Tag der gesunden Ernährung. Leider verstehen nicht alle dasselbe darunter, deshalb lohnt es sich vielleicht, einen kurzen Blick auf die eigenen Glaubenssätze zu werfen, denn wir alle sind mit bestimmten Botschaften aufgewachsen. Darunter waren womöglich Sätze wie: „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ oder „Milch macht starke Knochen“.

Dabei könnte es so einfach sein: Gesund ist, was heilt. Eine Ernährung, in deren Folge alle sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ wie Herzerkrankungen, Diabetes, Allergien, Krebs, etc. ständig steigen, kann nicht die gesunde Lösung für unsere Gesellschaft sein. Immer mehr Kalorien enthalten immer weniger Nährstoffe. Körper und Gehirn werden nicht mit dem versorgt, was sie brauchen, sondern die wenigen Vitamine und Mineralstoffe werden von so vielen schädlichen Stoffen begleitet, dass Krankheit gerade im Alter inzwischen zur normalen Entwicklung gehört.

Unser Wunsch nach den altbekannten Genüssen führt dazu, dass wir ähnlich wie bei Umweltgiften Grenzwerte eingeführt haben, bis zu deren Höhe der Verzehr als unbedenklich gilt. So und soviel Gramm Fleisch pro Woche werden als „gesund“ bezeichnet, weil Menschen erst jenseits dieser Grenze bedrohlich schnell erkranken, Aber kann das gesund sein? Ist das, was alle tun, tatsächlich das Richtige? Oder werde wir täglich geschickt manipuliert, damit wir bloß keine tiefgreifenden Veränderungen vornehmen?

Hier kommen ein paar Punkte noch einmal auf den Prüfstand:

1. Fleisch ist ein Stück Lebenskraft

Fleisch wird mit sehr vielen gesundheitlichen Beschwerden in Verbindung gebracht. Besonders auffällig sind dabei die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil das Cholesterin und die gesättigten Fettsäuren im Fleisch dazu beitragen, dass die Blutgefäße immer enger werden. Dadurch entsteht Bluthochdruck und bei einem Gefäßverschluss ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bluthochdruck spürt man nicht und auch die verstopften Gefäße führen erst zu Beschwerden, wenn sie zu mindestens 70% verschlossen sind. Nichts zu merken bedeutet also nicht, dass keine Gefahr im Anzug ist. Jeder 4. Herzinfarkt-Patient verstirbt an seinem ersten Anfall.

Tierisches Eiweiß, das Fehlen von Ballaststoffen, Eisen aus Tierblut, die natürlichen Wachstumshormone der Tiere sowie z.B. die Entstehung sogenannter heterozyklischer Amine während der Zubereitung von Fleisch (braten, grillen) gehören mit zu den auslösenden und begünstigenden Faktoren für verschiedenen Krebsarten. Darunter alle Darmkrebsarten aber auch Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutter- und Eierstockkrebs.

2. Milch ist gesund

Milch und Milchprodukte werden vor allem wegen ihres hohen Calciums-Gehalts empfohlen und tatsächlich ist Milch reich an Calcium. Leider überwiegen jedoch die Nachteile. Für die Verdauung des Eiweißes in Milch benötigt der Körper mehr Calcium als er aus ihr erhält. Und genau wie wir uns immer mehr verschulden, wenn wir ständig etwas mehr ausgeben als wir im Portemonnaie haben, wird unser Körper durch eine „negative Kalziumbilanz“ täglich ein wenig mehr geschwächt. Das erklärt, warum weltweit die Osteoporosefälle parallel zum Milchproduktekonsum steigen. In Ländern, in denen traditionell keine Milchprodukte verzehrt werden, gibt es dagegen teilweise noch nicht einmal ein Wort für diese Erkrankung der Knochen.

Milch wird auch die „Mutter aller Allergien“ genannt. Wenn Kinder früh mit Kuhmilch in Kontakt kommen, steigt das Allergierisiko enorm an. Beginnt der Milchprodukteverzehr schon vor dem ersten Geburtstag reagiert der empfindliche Darm häufig nicht nur mit Entzündungen sondern sogar mit Mikroblutungen. Heuschnupfen, Asthma, chronische Ohrenentzündungen, Neurodermitis, Reizdarmsyndrom etc. sind die eher milden Konsequenzen. In schlimmeren Fällen begünstigt der Milchprodukteverzehr schwere und schmerzhafte Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und kann Autoimmunerkrankungen auslösen wie z.B. Diabetes Typ-1. Milchfett gehört ebenfalls zu den Faktoren, die das metabolische Sydrom auslösen, die Vorstufe von Diabetes Typ-2, der früher Altersdiabetes genannt wurde. Da inzwischen schon 12-jährige Kinder daran erkranken, musste die Bezeichnung geändert werden.

3. Fisch versorgt uns mit lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren

Auch diese Behauptung stimmt. Aber welchen Preis zahlen wir dafür? Fisch gehört zu den Nahrungsmitteln, die am meisten durch Umweltgifte belastet sind. Dazu gehört z.B. Quecksilber oder auch Weichmacher aus Plastik, die bei Fischen wie bei Menschen direkt in das Hormonsystem eingreifen. Da alle diese schädlichen Stoffe im Fettgewebe gespeichert werden und die meisten Fischsorten 30-50% Fett im Kalorienanteil haben, ist der Preis, den wir für Omega-3-Fettsäuren aus Fisch zahlen womöglich zu groß.

Darüber hinaus stellt sich die Frage: woher bekommen Fische eigentlich die Omega-3-Fettsäuren? Sie produzieren sie nämlich nicht selbst, sondern sie nehmen sie über die Pflanzen auf, die sie selbst zu sich nehmen. Das erklärt, warum Zuchtfisch, der nicht mit ausreichend Bestandteilen aus Algen gefüttert wird, weniger bis gar keine der wertvollen Omega-3 Fettsäuren enthält.

Wer sich pflanzenbasiert ernährt, kann seinen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren problemlos durch Leinsamen oder Leinöl decken, durch Hanfsamen bzw. Hanföl, aber auch durch Walnüsse, um nur die wichtigsten Quellen zu nennen. Auch die Vorstellung, der menschliche Körper könne eine Omega-3 Fettsäure nicht in die anderen beiden umwandeln, wurde in den letzten drei Jahren durch wissenschaftliche Studien entkräftet.

4. Alles in Maßen

Dr. Caldwell Esselstyn schreibt in seinem Buch „Reversing Heart Disease“ (Herzerkrankungen rückgängig machen): „Moderation kills“. Alles in Maßen ist das, was uns umbringt. Er plädiert für eine rein pflanzenbasierte, sehr fettarme Ernährung und hat damit vielen Patient*innen buchstäblich das Leben gerettet, darunter Menschen, die laut herkömmlicher Schulmedizin nicht mehr zu retten waren.

Ich formuliere es etwas anders: Nahrungsmittel aus dem Tierreich enthalten nichts, was wir nicht auch aus Pflanzen bekommen können. Geringe Mengen an Fleisch, Fisch oder Milchprodukten kann unser Körper kompensieren. Je gesünder wir sind, desto mehr können wir mit dem Feuer spielen. Eine vielfältige vegane Ernährung ist komplett frei von Tierprodukten und daher stellt sie das geringste Risiko dar.

5. Veganer*innen brauchen viele Nahrungsergänzungsmittel

Das meist zitierte Argument gegen die gesunde pflanzenbasierte Ernährung lautet, dass man dann ja Vitamin B12 von außen zuführen muss, weil es nur in Fleisch und Tierprodukten enthalten ist. Tatsächlich wird B12 von Bakterien produziert. Auch in unserem Darm findet das statt, allerdings an einer Stelle, an der eine Aufnahme nicht mehr möglich ist. Auch an schlecht gereinigtem Gemüse oder überreifem Obst kann man B12 finden, beides gehört zu den Dingen, die wir eher meiden. Es ist also vollkommen richtig, dass Menschen, die sich ohne Tierprodukte ernähren, gut beraten sind, eine zuverlässige Zufuhr von B12 z.B. in Form von Lutschtabletten oder Tropfen in Anspruch zu nehmen.

Schaut man aber noch einmal genauer hin, dann zeigt sich: Niemand ist vor einem Mangel an Vitamin B12 geschützt – auch die Fleischesser*innen nicht. Die Aufnahme von B12 ist von der Gesundheit der Schleimhäute im Verdauungstrakt abhängig. Tierprodukte tragen zur Schädigung dieser Schleimhäute bei, daher steigt mit zunehmendem Alter der Vitamin B12-Mangel in der gesamten Bevölkerung an. Deshalb gibt es auch so enorm viele Medizinprodukte mit B12. Für die kleine Gruppe der Veganer*innen legt sich die Pharmaindustrie nicht so ins Zeug. Einen möglichen B12-Mangel als Argument gegen eine ausgewogene vegane Ernährung anzuführen, könnte sich daher als Bumerang erweisen.

6. Vegan allein genügt nicht.

Vor 20 Jahren bedeutete eine vegane Ernährung automatisch, sich von naturbelassenen, vollwertigen Lebensmitteln zu ernähren. Man kaufte Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide und lebte fast automatisch gesund. Heute gibt es auch für Veganer*innen tausende Fertigprodukte: Fleischersatzprodukte aus Soja, Weizengluten oder Lupine in Form von Würstchen, Bratlingen, Bratenstücken, etc. insbesondere die getrockneten Formen von Sojamedaillons und Granulat, die lange haltbar sind und schnell verwendet werden können, sind derzeit besonders beliebt. Aber auch fast 80 vegane Käsesorten, Fischersatzprodukte, Imitate von Meeresfrüchten, neue Schokoladesorten und viele andere Dinge erleichtern den Umstieg für Neueinsteiger, denn niemand muss mehr auf seine liebgewonnenen Gewohnheiten verzichten. Allerdings sollte man es mit diesen Produkten nicht übertreiben und genau schauen, inwiefern hier die altbekannten Krankheitsauslöser in Form von gesättigten Fettsäuren, verstecktem Zucker, etc. hier nicht auch wieder Einzug halten. Wer täglich Pommes mit Sojawürstchen oder fertigen Burgern isst und das Ganze mit Softdrinks begleitet, hat sein Krankheitsrisiko nur zu einem kleinen Teil gesenkt.

Die Grundlage der veganen Ernährung sollte also möglichst aus frischen unverarbeiteten Zutaten bestehen. Wenn diese aus Bio-Erzeugung stammen, ist auch die Belastung mit Pestiziden, Insektiziden, etc. reduziert. Dem Genuss steht dank einer fast schon unübersehbaren Zahl an Kochbüchern, Ratgebern, Webseiten etc. nichts mehr im Wege.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute und an allen anderen Tagen guten Appetit und gute Gesundheit.

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