kochenEin weit verbreitetes Vorurteil ist, die vegane Ernährung sei teuer „und wenn man dann auch noch bio kaufen soll, ist es völlig unerschwinglich“, höre ich oft. Praktische Erfahrungen beweisen oft das Gegenteil, aber wer schon Zweifel hat, bevor er beginnt, wird sich vermutlich nicht intensiv mit der Frage beschäftigen.

Eine US-amerikanische Studie hat kürzlich herausgefunden, dass man mit veganer Ernährung bis zu 750 $, d. h. ca. 660 Euro pro Jahr sparen kann. Verglichen wurden zwei Ernährungspläne, nämlich der herkömmliche von der US-Regierung, mit Fleisch in Maßen, der unseren Standard-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ähnelt und auf der anderen Seite ein rein pflanzlicher Plan von Raising the bar. Die Kalorienzufuhr war bei beiden Ernährungsplänen gleich.

Der pflanzliche Ernährungsplan enthält mehr vollwertige und frische Lebensmittel, also unverarbeitetes Obst und Gemüse sowie Vollkorngetreide. Der Eiweißbedarf wurde spielend gedeckt auch die anderen Nährstoffe waren alle in ausreichender Menge vorhanden.

Selbst kochen beugt Krankheiten vor

In Zeiten hoher beruflicher Belastung ist es nicht einfach, immer frisch für sich und die Familie zu kochen. Es lohnt sich aber, dem Kochen wieder hohe Priorität einzuräumen, denn die Vorteile sind enorm: Frische Lebensmittel enthalten mehr Vitamine und andere Nährstoffe und sind gleichzeitig nicht mit verstecktem Zucker, Salz und chemischen Zusatzstoffen belastet. Werden Bio-Lebensmittel gekauft, sinkt außerdem die Belastung mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wie z. B. Glyphosat drastisch.

Bio muss nicht teurer sein

Fast jeder Supermarkt bietet inzwischen auch Bioprodukte an. Obst und Gemüse mit EU-Biosiegel weisen dabei oft kaum einen preislichen Unterschied zu konventionell angebautem auf. Andere Siegel, wie zum Beispiel Demeter, haben noch andere Kriterien, aber das EU-Siegel garantiert bereits, dass alle gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich des Verbots bestimmter Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingehalten werden. Das habe ich gerade ausführlich in einem Vortrag von Franziska Aschenbach (GfRS) während der bioveganen Landbautage gelernt.

Fertigprodukte sind schlecht für Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel

Je stärker ein Produkt verarbeitet ist, desto teurer wird es. Vegane Ersatzprodukte sind da keine Ausnahme. Allerdings erleichtern sie den Umstieg auf eine vegane Ernährung, darin liegt ihr größter Vorteil.

Auch gesundheitlich bieten sie keine Vorteile. Der Anteil an gesättigten Fetten, verstecktem Zucker, Salz und Aromastoffen steht den nicht-veganen Produkten in nichts nach. Nur Cholesterinfreiheit reicht da nicht als positives Merkmal. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber, dass die meisten Veganer*innen ganz verantwortungsvoll damit umgehen und diese Dinge nur in Maßen verzehren.

Gemeinsam wird es günstiger

Großpackungen sind billiger als kleine. Wer sich gut ernähren und trotzdem sparen will, kann gemeinsam mit anderen einkaufen. Falls die Nachbarn nicht wollen und die Freunde zu weit weg wohnen, sollten Sie nach einer Food-Coop, einer Einkaufsgemeinschaft suchen.

Ein weiteres Einsparpotential bietet das gemeinsame Kochen. Der zeitliche Aufwand ist beim Kochen für zwei oder für acht Personen in etwa gleich. Wenn sich Menschen zusammentun und abwechselnd füreinander kochen, haben die einzelnen aber auf einmal Freizeit an den Tagen, an denen sie nicht mit Kochen dran sind. Statt jeden Tag in der Küche zu stehen, ist es dann vielleicht nur 2 oder 3 Mal pro Woche der Fall und trotzdem haben Sie den unvergleichlichen Genuss frischer Lebensmittel, mehr Freizeit und mehr Geld. Was will man mehr?

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