radishes-766107_640Sie werden in Scheiben geschnitten und gehören in den gemischten Salat. Radieschen sind sozusagen eine Beilage, eine Randerscheinung. Sie merken schon, bisher gehörten sie nicht gerade zu meinem Lieblingsgemüse. Doch inzwischen habe ich sie zu schätzen gelernt, wenn sie (biologisch angebaut) noch ganz frisch auf den Tisch kommen. Dann sind sie so knackig wie ein Apfel. In Sachen Gesundheit sind die kleinen rot-weißen Knöllchen auf jeden Fall ganz groß.

Radieschen kommen aus einer großen Familie: den Kreuzblütlern (Brassicaceae). Ihren scharfen Geschmack verdanken sie Senfölglykosiden, Myrosinase und Isothiocyanaten. Wieder einmal haben wir es hier mit Substanzen zu tun, die Fressfeinde abschrecken sollen. Hätten die Radieschen mal gewusst, dass uns genau das so gut schmeckt.

Die äußere rote Farbe der Radieschen kommt von dem sekundären Pflanzenstoff Anthocyanin. Bei diesem Pigment handelt es sich ebenfalls um ein starkes Antioxidanz, das besonders der Gesundheit von Herz und Gefäßen zugute kommen.

100 g rohe Radieschen enthalten gerade einmal 16 kcal, liefern dafür aber 1,6 g Ballaststoffe, 25 µg Folsäure, 1,3 µg Vitamin K, 25 mg Calcium, 10 mg Magnesium und stolze 233 mg Kalium; außerdem B-Vitamine sowie ca. 25% des Tagesbedarfs an Vitamin C.

Radieschen haben viele gesundheitliche Vorteile. Sie unterstützen die Entgiftung, reinigen das Blut und sorgen für den Abtransport von Toxinen und Schlacken. Das schreiben Wissenschaftler dem Gen RsPHGPx zu, das als besonders starkes Antioxidanz auch die Folgen von starken Schmerzmitteln, Nikotin, Insektiziden und anderen Krebs erregenden Stoffen verringern können soll. Besonders der schwarze Rettich ist bekannt als gut wirkendes Mittel zur Förderung der Gallensynthese und somit der Leberentgiftung.

Radieschen tragen, wie andere Kalium-reiche Lebensmittel, dazu bei, den Blutdruck zu senken. Darüber hinaus verringern sie das Risiko Nierensteine oder Osteoporose zu bekommen, sie unterstützen die Prävention von Diabetes und verbessern die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Wie alle Mitglieder der Familie der Kreuzblütler enthalten sie ein einzigartiges Molekül namens Indol-3-Carbinol, das sich als hoch wirksamer Entzündungshemmer  bewiesen hat. Darüber hinaus werden ihm positive Eigenschaften bei der Verhinderung und Heilung von Brustkrebs zugeschrieben. Weitere positive Eigenschaften hatte ich schon in einem anderen Blogbeitrag beschrieben.

Neue Arten, Radieschen zu genießen

Natürlich können Sie sie weiter in Scheiben schneiden und z. B. auf ihrem nächsten veganen Rührtofu (statt Rührei) verteilen. Aber wie wäre es einmal mit meinem neuesten Fund auf einem englischsprachigen Blog von Dorothy Reinhold. Sie schreibt dass der Aufenthalt im Backofen die Radieschen etwas milder und insgesamt geschmackvoller macht.

Backradieschen

für 4-6 Personen

  • 2 Bund frische Radieschen
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
  • getrockneten Thymian.

Heizen Sie den Backofen auf 230 °C vor einschließlich des Backblechs oder einer Auflaufform, damit die Radieschen auf eine heiße Oberfläche treffen.

Nehmen Sie nur einen Hauch Olivenöl, am besten in die Hand und reiben sie die gewaschenen Radieschen damit ein. Wälzen Sie sie dann in einer Mischung aus Salz, Pfeffer und Thymian. Geben Sie sie anschließend auf das heiße Backblech.

Alle 3-4 Minuten sollten Sie sie kurz auf dem Blech oder in der Form bewegen. Die Gesamtbackzeit beträgt 10-15 Min. je nach Größe bekanntermaßen auch je nach Backofen.

Die Blätter brauchen Sie übrigens nicht zu entsorgen, die können Sie in ihr nächstes selbstgemachtes Pesto mit einarbeiten.

 

 

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