Der Verzehr von tierischem Eiweiß kann das Risiko an Diabetes zu erkranken um bis zu 39% steigern.

ei-insulinEine Veröffentlichung holländischer Forscher, die sich drei der größten Forschungskohorten in den USA vorgenommen haben, nämlich die beiden Nurses Health Studies, an der etwa 240.000 Krankenschwestern teilgenommen haben und die Health Professionals Follow-up Studie, die ca. 52.000 Ärzte umfasst, befasst sich detailliert mit dem Thema Säure-Basen-Haushalt. Nachdem sie alle Teilnehmerinnen ausgeschlossen hatten, die zu Beginn des Beobachtungszeitraums bereits an Herzbeschwerden, Diabetes oder Krebs litten, betrachteten die Forscher einen Zeitraum von durchschnittlich 21 Jahren anhand der Fragebögen zur Ernährung, die mehrmals jährlich ausgefüllt worden waren. In diesem Zeitraum entwickelten 8,2% der Studienteilnehmerinnen einen Diabetes – das ist eine Größe, die auch den realen Zahlen in der Bevölkerung entspricht.

Die Forscher konzentrierten sich auf den Eiweißverzehr und setzten ihn in Bezug zur Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphaten. Daraus ermittelten sie die Nettoproduktion von Säuren im Körper und berechneten die Säurelast, die die Nieren zu bewältigen haben.

Das Risiko einen Diabetes zu entwickeln steigerte sich mit zunehmender Säureproduktion um bis zu 30%. Bei der Säurelast der Nieren ergab sich derselbe Risikofaktor. Als die Forscher genauer hinsahen und zwischen der Aufnahme von pflanzlichem und tierischen Protein und analysierten, stellte sich heraus, dass durch tierisches Eiweiß das Diabetes-Risiko noch einmal deutlich größer wurde – es stieg nämlich bis auf 39%.

Bereits 2015 hatten japanische Forscher in einer kleineren direkten Studie an ca 1700 Personen einen ähnlichen Zusammenhang zwischen der Säurebildung und der Entstehung von Insulinresistenz belegen können. Insulinresistenz ist die Grundlage der Entstehung von Typ-2 Diabetes.

Die Ergebnisse ließen sich nicht durch andere Erklärungen, wie z. B. die glykämische Last oder die Qualität der Ernährung begründen.

Es sind eben nicht die Kohlenhydrate

Die allgemeinen Ernährungsempfehlungen bei Insulinresistenz und Diabetes konzentrieren sich immer noch auf die Kohlenhydrate. In der Praxis, bei der Behandlung von Diabetes durch eine Ernährungsumstellung hat sich aber immer wieder gezeigt, dass vollwertige Kohlenhydrate sich positiv auf die Krankheit auswirken. Sie ermöglichen dem Körper eine konstante, stabile Energiezufuhr und verhindern Schwankungen des Blutzuckers. Viele Menschen können nach der Ernährungsumstellung auf ihre Diabetes-Medikamente und auch auf Insulin verzichten.

Die Existenz des Säure-Basen-Gleichgewichts im Zusammenhang mit Krankheiten wie Diabetes oder Krebs wird hierzulande in Ärztekreisen immer noch gern verneint. Deshalb ist es gut, dass Studien mit hohen Teilnehmerzahlen dieser Frage widmen. Im vorliegenden Bericht wurden allerdings die weiteren Säurebildner wie Zucker, Kaffee, Weißmehl, Salz oder Alkohol nicht mit in die Beobachtung einbezogen. Ein weiterer Faktor, der nur schwer in einer Studie zu beurteilen ist, ist das Gegengewicht durch den Verzehr von Obst und Gemüse, unsere Lieferanten von Kalium, Magnesium, Calcium und vielen weiteren Vitalstoffen. Natürlich schadet es mehr eine Bratwurst im Weißmehlbrötchen zu essen als einen großen Salat oder Gemüseteller mit wenig Fleisch.  Letztendlich sind solche Ergebnisse wie in der vorliegenden Studie Hinweise, Puzzlesteine, die helfen, das Gesamtbild immer besser zu erkennen.

Wenn Sie Ihren Typ-2 Diabetes nicht länger mit Medikamenten und der falschen Ernährung aufrecht erhalten wollen, kontaktieren Sie mich gern für eine unverbindliche Beratung.

 



1. Kiefte-de Jong JC, Li Y, Chen M, Curhan GC, Mattei J, Malik VS, Forman JP, Franco OH, Hu FB. Diet-dependent acid load and type 2 diabetes: pooled results from three prospective cohort studies. Diabetologia. 2017 Feb;60(2):270-279. doi: 10.1007/s00125-016-4153-7. Epub 2016 Nov 17. PubMed PMID: 27858141.


2. Akter S, Eguchi M, Kuwahara K, Kochi T, Ito R, Kurotani K, Tsuruoka H, Nanri A, Kabe I, Mizoue T. High dietary acid load is associated with insulin resistance: The Furukawa Nutrition and Health Study. Clin Nutr. 2016 Apr;35(2):453-9. doi: 10.1016/j.clnu.2015.03.008. Epub 2015 Mar 27. PubMed PMID: 25863769.

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