Eine kurze Nachricht in der Berliner Zeitung verspricht Menschen, dass sich ihre Gedächtnisleistung verbessert, wenn sie täglich zwei hartgekochte Eier verspeisen. So soll angeblich auch Demenz und Alzheimer vorgebeugt werden.

Vermutlich wurde die Nachricht von einer Tierproduktefreundlichen Agentur verfasst und an dpa herausgegeben, von wo aus sie nun vollkommen ungeprüft in alle Welt verschickt wird. Dabei fanden Forscher heraus, dass z.B. nur 2 1/2 Eier pro Woche (!) das Krebsrisiko für Männer an Prostatakrebs zu erkranken um 81% erhöht.

Gerade hat wieder einer meiner Patienten die Erfahrung gemacht, dass sich seine PSA Werte deutlich senken, wenn er sich rein pflanzlich ernährt. Vorher war er Vegetarier und verzehrte nur sehr geringe Mengen an Milchprodukten und Eier nur im Kuchen. Trotzdem hat der Schritt zur rein pflanzlichen Ernährung eine deutliche Verbesserung gezeigt. Sein Gedächtnis ist übrigens hervorragend.

Tierisches Eiweiß wird allgemein mit der Entstehung und Verbreitung von Krebs in Verbindung gebracht, bestimmte Hormone aus Milch und Milchprodukten verstärken das noch. Sehen Sie hierzu auch mein Video über Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ich hoffe, dass die Berichterstattung in den Medien in Zukunft besser werden wird.

Der Artikel begründet die Eier-Theorie mit der Tatsache, dass in Eiern angeblich besonders viel Cholin enthalten ist. Diese Substanz wird häufig den B-Vitaminen zugeordnet und ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Allerdings kann man seinen Bedarf sehr einfach über Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte decken. Von der Einnahme in Form von Ergänzungsmitteln ist abzuraten, da häufig mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Die harmlosen sind ein fischiger Körpergeruch, der verschwindet, wenn man die Pillen wieder ablässt, hohe Dosen können aber auch zu Blutdruck-Problemen, Tinnitus oder Leberschäden führen.

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