Die neuesten wissenschaftlichen Forschungen haben zu verschärften Ernährungsempfehlungen geführt, bei denen der Schwerpunkt auf einer pflanzenbasierten Ernährung mit Hülsenfrüchten (auch Soja), Kreuzblütlern, Zwiebelgewächsen und karotinhaltigen Gemüsesorten liegt.

Die Empfehlungen für eine solche Ernährungsumstellung werden als gerechtfertigt angesehen, obwohl einige der Forschungsergebnisse noch diskutiert werden. Der Ansatz ist ähnlich vorsichtig wie die Empfehlungen gegen den Tabakkonsum vor einigen Jahrzehnten, bevor immer mehr Rauchverbote erlassen wurden oder vor der Verbindung von Krebs und Alkohol gewarnt wurde oder rotem und verarbeitetem Fleisch, Milchprodukten sowie Krebs erregenden Stoffen in gut durchgebratenem Fleisch, darunter Rind, Geflügel und Fisch.

„Im Zentrum der Empfehlungen steht der Aufbau der Mahlzeiten aus Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten“, sagt der Autor der Studie, Dr. Neal Barnard, Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Organisation PCRM (U.S. Ärztevereinigung für verantwortungsvolle Medizin) und außerordentlicher Professor für Medizin an der medizinischen Fakultät der George Washington Universität. „Eine pflanzenbasierte Ernährung liefert eine Fülle an Antioxidantien und unterstützt das Erreichen eines gesunden Gewichts, wodurch sich auf lange Sicht das Risiko für alle Krebsarten senken lässt.“

Die sechs Ernährungsempfehlungen zur Verringerung des Risikos an verschiedenen Krebsarten zu erkranken lauten

1. Begrenzen oder vermeiden Sie Milchprodukte zur Verringerung des Risikos von Prostatakrebs

Forschungsergebnisse: 35 g Milcheiweiß pro Tag, das entspricht einer großen Portion Hüttenkäse, erhöhen das Risiko für Prostatakrebs um 32%. 2 Gläser Milch pro Tag erhöhen das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken um 60%.

Anmerkung: Calciumpräparate scheinen dieselben Auswirkungen zu haben wie der Milchkonsum. Männer, die über 400 mg Calcium pro Tag supplementieren, erhöhen ihr Risiko für tödlichen Prostatakrebs um 51%.

2. Begrenzen oder vermeiden Sie Alkohol, um die Risiken für Krebs des Mundes, des Rachens des Kehlkopfs, der Speiseröhre sowie von Dickdarm, Rektum und Brust.

Forschungsergebnisse: Ein alkoholisches Getränk pro Woche erhöht das Risiko für Mund-, Rachen- und Kehlkopfkrebs um 24%. Zwei oder drei Getränke pro Tag erhöhen das Risiko für Dickdarmkrebs um 21%

Anmerkung: Es scheint der Alkohol selbst (und nicht die Zusätze) zu sein, der den Krebs verursacht, daher sind alle alkoholischen Getränke (Wein, Bier und Spirituosen) problematisch.

3. Vermeiden Sie rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch, um Ihr Risiko für Dickdarm- und Rektumkrebs zu senken.

Forschungsergebnisse: 50 g täglich an verarbeitetem Fleisch, z. B. zwei Scheiben Schinken oder ein Würstchen, erhöhen das Risiko für kolorektalen Krebs um 21 %. Jede tägliche Portion aus 120 g rotem Fleisch, z. B. ein kleines Steak, erhöht das Risiko für diese Krebsarten um 28%.

Anmerkung: Häm-Eisen, Nitrite, heterozyklische Amine und ein Überangebot an essentiellen Aminosäuren in rotem und verarbeitetem Fleisch werden alle zu den wachstumsfördernden Faktoren der Krebszellen gerechnet.

4. Vermeiden Sie gegrilltes, gebratenes und gesottenes Fleisch, um die Risiken für Darm- oder Rektumkrebs, Brustkrebs, Prostata-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zu senken.

Forschungsergebnisse: Vier Arten von heterozyklischen Aminen werden mit Darm- und Rektumkrebs in Verbindung gebracht. Sie bilden sich aus Kreatin und Aminosäuren in gegartem Muskelfleisch. Je länger die Garzeit und je höher die Temperaturen, desto mehr bilden sich. Heterozyklische Amine können den Aufbau unserer DNA stören.

Anmerkung: Neben den oben aufgeführten Krebsarten werden in geringerem Maße auch Brustkrebs, Prostata-, Nieren- und Pankreaskrebs mit heterozyklischen Aminen in Verbindung gebracht.

5. Verzehren Sie Sojaprodukte, um das Risiko für Brustkrebs zu senken und die Risiken für Rezidive und Sterblichkeit bei Frauen zu senken, die bereits wegen Brustkrebs behandelt wurden.

Forschungsergebnisse: Sowohl aus Asien als auch aus westlichen Ländern belegen Forschungsergebnisse, dass Sojaprodukte das Krebsrisiko senken. Chinesinnen, die während der Adoleszenz täglich über 11,3 g Sojaprotein verzehrten, das entspricht einer halben Portion gekochter Sojabohnen, haben ein um 43% geringeres Risiko nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken, im Vergleich zu Frauen, die nur 1,7 g verzehrten.

Forschungen in Shanghei haben gezeigt, dass Frauen mit Brustkrebs, die täglich 11 g Sojaprotein verzehren, das Sterblichkeits- und Rezidivrisiko von Brustkrebs um etwa 30% senken konnten. In den U.S.A. gibt es vergleichbare Ergebnisse: je höher der Verzehr von Isoflavonen, desto geringer ist das Sterblichkeits- und Rezidivrisiko bei Frauen mit Brustkrebs.

Anmerkung: Wenn Sie Sojaprodukte kaufen, wählen sie Naturprodukte wie Edamame, Tempeh oder Bio-Tofu. Meiden Sie Soja Proteinkonzentrate (dazu gehören auch alle Trockensojaprodukte) und Isolate in Pulver und sonstigen Ergänzungsmitteln.

6. Legen Sie Ihren Ernährungsschwerpunkt auf Obst und Gemüse, um das Risiko für verschiedene häufige Krebsarten zu senken.

Forschungsergebnisse: Obst und Gemüse, insbesondere grünblättrige Gemüse, helfen, allgemein Ihr Krebsrisiko zu senken. Es lohnt sich, viele Kreuzblütler wie Broccoli und verschiedene andere Kohlsorten zu essen, denn sie verringern das Risiko für kolorektale Krebsarten um 18%, ebenso wie das Risiko an Lungen- oder Magenkrebs zu erkranken.

Frauen, die viele karotenhaltige Gemüse wie Karotten und Süßkartoffeln verzehren, senken ihr Brustkrebsrisiko um 19%. Allgemein gilt: Frauen, die besonders viel Obst und Gemüse verzehren, reduzieren ihr Brustkrebsrisiko um 11%. Viele Tomatenprodukte zu verzehren führt zur Senkung des Risikos für Magenkrebs um 27%. Knoblauch und andere Zwiebelgewächse wie Zwiebeln selbst, reduzieren ebenfalls deutlich das Risiko für Magenkrebs wohingegen eine westliche Ernährung (mit viel Fleisch und Fett und wenig Obst und Gemüse) das Risiko verdoppelt.

Anmerkung: Manche Bestandteile von Sojabohnen, grünem Tee, Curcuma, Weintrauben, Tomaten und anderen Pflanzen haben die Fähigkeit, den programmierten Zelltod (Apoptose) zu regulieren, das ist eine besonders wichtige Funktion zur Krebsverhütung.

ernaehrungsrichtlinien-pcrm

 

Quelle: PCRM

Was sagen Sie dazu?

Ich freue mich auf Ihren Kommentar.